Warum wir genauer hinschauen müssen.
Unconscious Bias. Ins Deutsche übersetzt: unbewusste Vorurteile. Sie sind automatisch ablaufende Denkmuster, die wir alle haben. Sie entstehen durch Erfahrungen, soziale Prägung oder kulturelle Einflüsse – und beeinflussen unsere Wahrnehmung, Entscheidungen und Handlungen, oft ohne dass wir es merken.
Auch in der Arbeitswelt spielen diese Mechanismen eine große Rolle – zum Beispiel in Bewerbungsgesprächen, bei der Zusammenarbeit im Team oder bei der Beurteilung von Leistungen. Häufig betroffen: Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund, Personen mit sichtbarer oder nicht-sichtbarer Behinderung, ältere Mitarbeitende, bestimmte Namen oder auch äußere Erscheinungen wie Kleidung oder Körperform.
Die Auswirkungen? Diskriminierung, Stress, Frust – bis hin zur inneren Kündigung.
Als Konzern (W&W) legen wir Wert auf eine offene, faire Arbeitskultur. Auch wenn wir keine eigene Diversity-Abteilung haben, setzen wir innerhalb der Konzernpersonalabteilung gezielt Impulse. Letztes Jahr lag der Fokus auf der Gleichberechtigung von Frauen im Berufsleben – aktuell widmen wir uns verstärkt den unbewussten Vorurteilen.
Ein zentrales Angebot dazu ist unser neues E-Learning, das von einem externen Anbieter entwickelt wurde und allen Mitarbeitenden zur Verfügung steht. In mehreren Modulen – mit Texten, Video-Lectures und interaktiven Elementen – vermittelt es wichtiges Wissen, bietet Reflexionsimpulse und zeigt praxisnahe Handlungsmöglichkeiten.
Ein Beispiel aus dem Training zeigt, wie relevant das Thema ist:
In einer Studie (Reuben et al., 2014) wurden Männer doppelt so häufig für einen Job ausgewählt, der mathematische Fähigkeiten erfordert – obwohl Frauen die Aufgabe genauso gut gelöst hatten. In der Selbsteinschätzung hielten sich die Männer außerdem für besser geeignet. Solche Wahrnehmungsverzerrungen sind kein Einzelfall – sie passieren täglich.
Unbewusste Vorurteile lassen sich nicht einfach „wegtrainieren“. Aber wir können lernen, sie zu erkennen und besser mit ihnen umzugehen. Dazu braucht es Bewusstsein, Offenheit – und konkrete Maßnahmen.
Was wir als Unternehmen tun:
Denn nur wenn wir als gesamte Organisation bewusst hinschauen und handeln, können wir Veränderungen ermöglichen – und ein Arbeitsumfeld schaffen, das von Fairness, Respekt und echter Chancengleichheit geprägt ist.
„Es ist schwieriger, ein Vorurteil zu zertrümmern als ein Atom.“
– Albert Einstein
Umso wichtiger, dass wir genau hier ansetzen.