23. March 2026 | Von Nelly Hentz 

Mein Praxissemester in der dänischen Hauptstadt

Mein Praxissemester in der dänischen Hauptstadt

Ein halbes Jahr Kopenhagen bedeutete für mich weit mehr als nur ein spannendes Praktikum in einer tollen Stadt. Es war ein Eintauchen in ein Lebensgefühl, das von Gelassenheit und Ästhetik sowie einer ganz besonderen Herzlichkeit geprägt ist. Schon bei meinen ersten Fahrten mit dem Fahrrad durch die Stadt spürte ich, dass dieser Ort etwas Besonderes ist. Die Mischung aus moderner Architektur, schönen Kanälen und der dänischen Gemütlichkeit macht Kopenhagen zu einem Ort, an dem man sich sofort zu Hause fühlt.

 

Praktikumssuche und Ankunft

Kopenhagen war für mich schon lange ein Wunschziel. Da ich selbst dänische Wurzeln habe, wollte ich die Stadt im echten Alltag erleben und nicht nur als Besucherin bei meiner Familie. Doch die Suche nach dem richtigen Praktikum war alles andere als einfach. Ich habe viele Bewerbungen geschrieben und stand zwischendurch kurz davor, ein Praktikum in einem Unternehmen zu absolvieren, bei dem mein Bauchgefühl einfach nicht stimmte. Doch in diesem Moment wendete sich alles zum Guten, denn eine enge Freundin aus meinem Studium in Hamburg, die selbst ihr Praktikum in Kopenhagen absolvierte, erzählte mir, dass in ihrem Team noch Verstärkung gesucht wird. Danach ging alles ganz schnell und ein Vorstellungsgespräch später hatte ich die Zusage und konnte im September 2025 mein Abenteuer bei einem dänischen Scale up im Herzen der Stadt beginnen.

Erfahrungen und Arbeiten bei Officeguru

Mein Praxispartner für diese spannende Zeit war Officeguru, ein digitaler Marktplatz für alle Büroservices. Das Unternehmen vernetzt Firmen mit Dienstleistern für den Büroalltag und deckt dabei alles ab, von der klassischen Büroreinigung über Lunch-Catering bis hin zu Obst Abonnements oder der Kaffeelieferung. Ich wurde sehr herzlich in das Marketing-Team aufgenommen und erhielt bereits ab dem ersten Tag die Möglichkeit, verantwortungsvolle Aufgaben eigenständig zu übernehmen.

Mein operativer Fokus lag dabei vor allem auf der strategischen Unterstützung bei der Expansion in den deutschen Markt, was für mich aufgrund meiner persönlichen Hintergründe die perfekte fachliche Herausforderung darstellte. In diesem Rahmen habe ich nicht nur zahlreiche Landingpages optimiert, sondern auch ganzheitliche Content Strategien für die

Kanäle Instagram und LinkedIn entwickelt, wodurch ich wertvolle Einblicke in die kulturelle Adaption einer Marke gewinnen konnte. Besonders beeindruckt hat mich die dänische Arbeitskultur, die durch flache Hierarchien und eine ehrliche Kommunikation auf Augenhöhe geprägt ist und durch ein starkes Teamgefühl den Arbeitsalltag jeden Tag aufs Neue bereichert hat.

Freizeit und Leben in Kopenhagen

Wenn ich nicht gerade im Büro an neuen Kampagnen gearbeitet habe, gehörte meine Zeit ganz der Stadt und den Menschen, die mir dort wichtig sind. Ich hatte das große Glück, das Praktikum gemeinsam mit einer guten Freundin absolvieren zu können, während zudem eine weitere enge Freundin aus Hamburg zur selben Zeit für ihr Auslandssemester in Kopenhagen war. Diese Konstellation machte die gemeinsame Entdeckung der Stadt besonders schön und bot einen tollen Rückhalt im Alltag. Mein absolutes Lieblingsviertel wurde schnell Vesterbro, wo sich in den charmanten Straßen viele individuelle Läden an gemütlichen Cafés reihen. Kulinarisch bietet die Stadt eine enorme Vielfalt, wobei ich besonders gerne Zeit bei Pico Pizza oder in Bars wie dem JoJo oder dem Gorilla verbracht habe. Ein besonderer Rückzugsort war zudem der Frederiksberg Have, in dem man im Winter vor einer wunderschönen Kulisse Schlittschuhlaufen kann. Neben den bestehenden Kontakten durfte ich in dieser Zeit viele tolle neue Menschen kennenlernen und wertvolle Freundschaften schließen, was die Erfahrung sehr bereichert hat. Durch die vielen Wochenenden bei meinen dänischen Großeltern etwas außerhalb der Stadt, fühlte sich Kopenhagen endgültig wie eine zweite Heimat an, da die Zeit dort die perfekte Ergänzung zum aufregenden Großstadtleben bot.

Fazit und persönliche Learnings

Dieses halbe Jahr in Dänemark hat mich sowohl in fachlicher Hinsicht als auch in meiner persönlichen Entwicklung enorm wachsen lassen. Ich habe durch die tägliche Praxis gelernt, wie wichtig es ist, auf das eigene Bauchgefühl zu hören, und durfte erfahren, dass Flexibilität und Offenheit oft zu den besten beruflichen Chancen führen.

Zudem konnte ich meine dänischen Sprachkenntnisse im professionellen Kontext festigen und erhielt wertvolle Einblicke in die Dynamik sowie die Prozesse eines schnell wachsenden Unternehmens. Ich blicke heute mit einer großen Dankbarkeit auf diese bereichernde Zeit zurück, denke an die vielen Fahrradtouren bei jedem Wetter sowie die unzähligen Kardamom Schnecken und bin vor allem dankbar für die tollen Menschen, die dieses Semester für mich unvergesslich gemacht haben.

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