mein Praxissemester zwischen Arbeit, Sport und Lebensgefühl
Von Oktober 2025 bis März 2026 habe ich mein Praxissemester in Paris verbracht. Sechs Monate voller neuer Eindrücke, Herausforderungen und kleiner Abenteuer. Für mich ging es weniger um große Partys, sondern um einen bewussten Alltag zwischen Arbeit, Bewegung, Entdeckungen und gutem Essen.
Tagsüber bestimmte die Arbeit meinen Rhythmus: kreative Projekte, neue Tools, aufregende Fotoshootings bei renommierten Kunden, Bildbearbeitung und Webdesign- jeder Tag brachte neue Aufgaben und Lernmomente. Die französische Arbeitskultur fand ich spannend. Direkter Austausch, viel Flexibilität und offene Diskussionen motivierten mich und zeigten mir, wie wichtig Kommunikation und Eigeninitiative im Berufsleben sind.
Nach Feierabend und am Wochenende wollte ich raus. Sport war ein zentraler Teil meines Alltags: Basketball mit Freunden, Krafttraining oder lange Spaziergänge halfen mir, abzuschalten und neue Energie zu tanken. Besonders die Parks Parc Monceau, Jardin des Tuileries und der Park Martin Luther King Jr. wurden zu festen Wochenendtreffpunkten.
Spaziergänge waren für mich mehr als Bewegung. Ohne festes Ziel durch die Straßen zu schlendern, brachte mich oft in neue Viertel, und eine meiner liebsten Beschäftigungen war das Sammeln der Space Invaders, kleiner Mosaikkunstwerke, die überall in Paris versteckt sind. Diese kleine Schatzsuche machte selbst graue Nachmittage spannend und führte mich an Orte, die ich sonst nie entdeckt hätte.
Abends zeigte sich Paris von einer ganz anderen Seite. Die Hektik des Tages wich dem Pariser Flair: kleine Bars, Straßencafés und spontane Treffen mit Freunden standen auf dem Plan. Auch wenn ich kein typischer Partygänger bin, gehörte das gelegentliche Ausgehen dazu, zum Beispiel in Pigalle rund ums Moulin Rouge oder sogenannten „rue de la soif“ (wörtlich „Straße des Durstes), Straßen die mit besonders vielen Bars, Kneipen und Clubs, wie die rue Princesse im 6. Arrondissement. Besonders gern ging ich aber nach Parmentier, wo wir Billard und Darts gespielt und den Abend entspannt ausklingen lassen haben. Für mich ging es dabei nicht ums Feiern, sondern ums Abschalten, Austauschen und kleine Abenteuer zwischen Arbeit und Freizeit.
Spaziergänge durch beleuchtete Straßen, Gespräche bis spät in die Nacht und die besondere Atmosphäre der Stadt haben meinen Alltag abgerundet. Paris bei Nacht ist kein lautes Klischee, sondern ein Lebensgefühl, welches kreativ, inspirierend und persönlich ist.
Ein großer Teil meiner Zeit drehte sich ums Essen. Paris ist eine kulinarische Spielwiese: vom Croissant auf dem Weg zur Arbeit über kleine Boulangerien und Imbisse bis hin zu modernen Cafés und hippen Stores wie Matcha- und Bubble-Tea-Läden und aufstrebenden Restaurants mit verschiedensten Konzepten. Vor allem gerne ging ich dabei ins 13. Arrondissement, das Chinatown von Paris, um exotische Lebensmittel und Spezialitäten zu bekommen und zu probieren. Ebenfalls hatten Kebabs es mir angetan. Als jemand, der in Deutschland gerne mit Freunden einen Döner isst, fand ich die Vielfalt in Paris richtig spannend: ob griechisch, libanesisch, algerisch oder indisch usw., jede Variante war eine willkommene Neuheit und Abwechslung. Essen wurde so zu einer einfachen Möglichkeit, Kultur zu erleben, Leute zu treffen und den Alltag bewusst zu genießen.
Mein Praxissemester in Paris war mehr als ein Pflichtteil des Studiums. Es war eine Zeit, in der ich fachlich gewachsen bin und gleichzeitig gelernt habe, meinen Alltag bewusst zu gestalten, mit Arbeit, Sport, Spaziergängen, kulinarischen Entdeckungen und ruhigen wie inspirierenden Abenden. Genau diese Mischung hat die sechs Monate so besonders gemacht und meinen Blick auf Studium, Arbeit und Alltag nachhaltig verändert.