20. March 2026 | Von Zoe Klein 

Mein Praktikum in Wien

Sechs Monate zwischen Agenturalltag und einer Stadt, die mich sofort begeistert hat

Mein Praktikum in Wien

Wenn du nach Wien kommst, stolperst du ziemlich schnell über Begriffe wie „ur leiwand“, „geht sich aus“, „eh klar“ oder „fix“. Und du wirst dir denken: Wer redet denn so? Genau das habe ich mich auch gefragt, bis mir eines Tages auffiel: „Bist du deppat, jetzt red ich selbst so.“

Genau dorthin hat mich mein sechsmonatiges Praxissemester geführt: in eine Stadt, die mich vom ersten Moment an begeistert hat. Die Aufregung vor der Abreise war groß,  ich hatte noch nie so weit weg von zu Hause gewohnt, kannte niemanden vor Ort und startete direkt in einen Vollzeitjob. Doch schon nach wenigen Tagen war die anfängliche Nervosität vergessen, denn Wien ist wunderschön und steckt voller neuer Eindrücke.

 

Arbeiten und Lernen im Ausland

Unter der Woche bestand mein Alltag aus meinem Praktikum bei der Werbeagentur

Tante Emma. Ich arbeitete im Kreativteam und war von Anfang an direkt ins Daily

Business eingebunden. Mein Arbeitstag begann meist gegen 9 Uhr mit einem kurzen Austausch im Team, danach arbeitete jede:r an den eigenen Aufgaben, mit viel Raum für Rückfragen, Abstimmungen und gemeinsame Brainstormings.

 

Besonders spannend fand ich die enge Zusammenarbeit zwischen Kreation, Account Management und Kund:innen. Aufgaben wurden umgesetzt, weitergegeben, Feedback kam zurück und wurde angepasst, oft mehrfach. Erst dadurch habe ich wirklich verstanden, wie viel Arbeit, Abstimmung und Teamkommunikation selbst hinter scheinbar einfachen Social-Media-Posts steckt.

 

Inhaltlich durfte ich vor allem im Bereich Grafik und Social Media mitarbeiten. Mit der Zeit übernahm ich immer mehr Aufgaben selbstständig und konnte auch bei konzeptionellen Prozessen mitdenken. Besonders wertvoll war für mich, diese Erfahrungen im österreichischen Kontext zu machen. Viele Projekte und Kampagnen mussten gezielt auf den österreichischen Markt angepasst werden. Die Arbeit für große österreichische Marken wie BILLA war für mich sehr spannend, da es diese in Deutschland gar nicht gibt und sich Herangehensweisen dadurch deutlich unterscheiden.

Auch fachlich habe ich in dieser Zeit viel gelernt. Mein Umgang mit Programmen wie Adobe Photoshop hat sich stark verbessert, und ich habe verstanden, dass gutes Design nicht laut oder besonders auffällig sein muss. Viel wichtiger ist, dass es zur Marke, zur Zielgruppe und zur jeweiligen Aussage passt.

 

Wien erleben: Alltag, Kultur und ein Schritt aus meiner Komfortzone

Neben der Arbeit habe ich Wien intensiv erlebt. Am Wochenende habe ich die Stadt erkundet, neue Viertel entdeckt, unzählige Foodspots ausprobiert, Parks besucht und viel Zeit mit Freund:innen verbracht. Besonders schön fand ich es, Wien in der Weihnachtszeit kennenzulernen: Die Christkindelmärkte sind wirklich märchenhaft, die Stadt ist festlich beleuchtet und rund um Neujahr lag sogar Schnee, was Wien noch einmal eine ganz besondere Stimmung verliehen hat.

 

In dieser Zeit habe ich auch gemerkt, wie wenig ich vorher eigentlich über Österreich und seine Kultur wusste. Der Wiener Dialekt war anfangs sehr gewöhnungsbedürftig (inklusive der großen Liebe zur Leberkässemmel, die ich bis zum Ende nicht ganz teilen konnte). Vom berühmten „Wiener Grant“ habe ich dagegen kaum etwas gespürt. Im Gegenteil: Die meisten Menschen habe ich als sehr freundlich, offen und humorvoll erlebt.

 

Mein Fazit:

Rückblickend hat mich das Auslandspraktikum sehr geprägt. Ich bin selbstständiger geworden, habe meine Komfortzone verlassen und gelernt, mich in einer neuen Stadt sowie in einem neuen Arbeitsumfeld zurechtzufinden. Wien hat mich dabei so überzeugt, dass ich mir gut vorstellen kann, für meinen Master noch einmal zurückzukommen.

 

Dieses Praxissemester war für mich die perfekte Kombination aus Agenturalltag und Auslandserfahrung. Ich habe viele neue Eindrücke gesammelt, wertvolle Erfahrungen gemacht und nehme aus dieser Zeit viel für meinen weiteren Weg mit. Diese Monate möchte ich nicht missen und ich kann wirklich jeder Person nur ans Herz legen, die Chance zu nutzen, im Rahmen eines Praktikums weiter weg zu gehen.

Und wie man in Wien zum Abschied sagt: Bussi, baba.

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