29. October 2025 | Von Josephine Patzschke 

London: Eine Woche, Hundert neue Gesichter und tausende Schritte

London: Eine Woche, Hundert neue Gesichter und tausende Schritte

Normalerweise haut mich so schnell nichts um. Ich war nach dem Abi in Schweden, bin für mein Studium nach Köln gezogen und habe in den letzten Jahren fünf Umzüge überstanden. Also warum war ich jetzt so aufgeregt? Vielleicht habe ich das ganze Thema „Auslandssemester“ doch ein wenig unterschätzt. Aber neben der Nervosität hat sich zum Glück auch noch die Vorfreude bemerkbar gemacht.
Ich meine: London! Was für eine spannende Stadt. Und dann auch noch das Leben am Campus und das Zusammenleben mit meinen Kommiliton:innen aus der ganzen Welt. Meine Nervosität war also wohlbegründet. Köln habe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen. Auch hier konnte ich im vergangenem Jahr Fuß fassen und muss mich eigentlich freuen, diese Stadt und ihre Menschen vermissen zu können.

Auf meinem Flug nach London habe ich mir nochmal den Plan für die bevorstehende
„Welcome Week“ etwas genauer angeguckt. Die Woche war dicht getaktet mit vielen Möglichkeiten mehr über die Angebote der Universität, über seine Kommiliton:innen oder die Stadt London zu lernen.
Nachdem ich mein Gepäck entgegengenommen hatte, habe ich dann schwer beladen meine Fahrt zur Baker Street angetreten. Um zu meiner Uni zu gelangen musste ich durch den „Regent’s Park“. Ein sehr gepflegter Royaler Park in dem regelmäßige Konzerte oder Theaterstücke im Freilufttheater stattfinden.
Angekommen wurde ich in der „Reid Hall“ von unserem Flurbeauftragten „Samid“ begrüßt und habe meine Schlüssel für mein Zimmer erhalten. Meine Mitbewohnerin war bereits angekommen. Ehrlicherweise war ich ein wenig überrascht, wie klein unser Zimmer ist. Besonders nachdem ich im Laufe der Woche die Zimmer meiner
Kommiliton:innen angucken durfte und gefühlt jeder auf dem Campus ein größeres Zimmer hat als wir. Aber darüber möchte ich mich nicht ärgern, so haben wir es immerhin gemütlich.
An dem Ko_er meiner Mitbewohnerin konnte ich einen Anhänger der schwedischen
Flagge entdecken. Ich war also direkt erleichtert, einen Gesprächspunkt und kleine Gemeinsamkeit gefunden zu haben, auf den ich sie ansprechen kann. Schließlich habe ich für eine Zeit in Schweden gelebt.

Sie heißt Sofia und ist mit einer Freundin hier für ein Foundation-Semester. Neben den Study Abroad Studenten gibt es auch viele die hier ganze drei Jahre sind oder eben eine Art „Schnupper-Semester“ machen.

Nachdem wir von den Flurbeauftragten mit den Hausregeln bekannt gemacht wurden, sind wir zu einer Veranstaltung in der Campus-Bar weitergezogen. Ja richtig, der Regents Campus hat eine Bar, welche rund um die Uhr geö_net ist. Doch das ist nicht alles, was der Campus zu bieten hat. Es gibt eine große Kantine mit vielen Angeboten sowie abgepackten Snacks und Getränken, eine kleine Brasserie mit eigenem Konditor und den kleinsten Starbucks der Welt mitten auf dem Campus. Hungrig muss hier also keiner bleiben. Für das Essen kann man ganz leicht mit seiner „Student-ID“ zahlen. Diese sollte man sowieso immer dabei haben, da sie als Schlüssel für alle Türen innerhalb sowie für die Tore außerhalb der Uni dient.

Auch in der Gegend rund um die Uni gibt es viel zu Entdecken. Nach einem kurzen Weg durch den Park ist man sofort wieder an der Baker Street, welche viele Restaurants und Pubs bietet. Man ist auch durch Bus und Bahn super angebunden und kann leicht London erkunden.
Nach der Veranstaltung bin ich einigen Leuten begegnet, die sich gerade auf Weg zu Wetherspoons, einer Pub-Kette, gemacht haben. Ich habe mich natürlich gleich angeschlossen und wir haben gemeinsam auf die kommende Zeit angestoßen. Einige von ihnen gehen auch auf die Macromedia in Köln, aber sind in höheren Semestern oder anderen Studiengängen als ich. Obwohl wir recht viele Deutsche waren, haben wir darauf geachtet Englisch zu sprechen. Denn unter uns waren Leute aus Südafrika, Malta, Spanien, Mexiko, Amerika und vielen weiteren Ländern. Damit sich alle wohlfühlen, ist es hier besonders wichtig auch untereinander Englisch zu sprechen. So wird niemand ausgeschlossen und kann jederzeit an dem Gespräch teilhaben. Auch wenn es ehrlicherweise auch mal angenehm ist, zwischendurch etwas Deutsch zu sprechen.

Gemeinsam haben wir in den folgenden Tagen London erkundet. Wir waren in Notting Hill, auf der Oxford Street und sind auf den Primrose Hill gelaufen, von welchem man eine tolle Aussicht auf London hat. Ich bin so viel gelaufen, dass mir sogar meine „Health App“ auf dem Handy für meine vielen Schritte gratuliert hat. Und das, obwohl ich ansonsten auch viel unterwegs bin. Aber ich denke eine Woche mit täglich 10.000– 20.000 Schritten kann sich sehen lassen.
Im Laufe der Woche haben sich uns weitere Leute angeschlossen. So habe ich Franzi,
Elise und Maya kennengelernt, die nur einige Zimmer neben mir wohnen. Gemeinsam haben wir die üblichen Touristen-Fotos vor dem Big-Ben gemacht und durften lernen, dass der Name „Big-Ben“ die größte Glocke des Turms und gar nicht den Turm selbst beschreibt. Der heißt nämlich eigentlich „Elizabeth Tower“ und wurde 2012 zu Ehren von Königin Elizabeths II Diamantenjubiläum benannt.
Natürlich konnten wir es auch nicht lassen ein wenig shoppen zu gehen. Maya hat einen versteckten Vintage Markt auf der Brick Lane entdeckt, in welchem ich Stunden hätte verbringen können. An dem Tag ist uns das erste Mal das typisch verregnete Londoner Wetter begegnet. Aber in den großen roten Doppeldeckern ließ es sich gut aushalten. Die Tage zuvor hatten wir wirklich Glück mit dem Wetter gehabt: Klarer blauer Himmel und Sonnenschein. In den kommenden Wochen wird das Wetter wohl immer schlechter werden. Aber als Hamburgerin weiß ich ja, dass wir nicht aus Zucker sind.

Trotz des regnerischen Wetters haben wir gemeinsam die restliche Woche genossen. Der krönende Abschluss war die Boot-Party auf der Themse am Freitag. Alle haben sich schick gemacht und gefeiert. Das Boot hatte zwei Etagen, beide mit einer Bar ausgestattet. Unten gab es noch einige Sitzgelegenheiten und Knabbereien, während man oben viel Platz zum Tanzen und sogar einen Außenbereich hatte. Leider hatte ich durch den starken Wellengang und den rutschigen Boden auf Deck einen eher uneleganten Sturz, aber das hat mich nicht von einem spaßigen Abend abgehalten. Man muss schließlich auch über sich selbst lachen können.
Ich bin froh, London und die Regent’s University als meinen Aufenthaltsort ausgewählt zu haben. Schon in einer Woche konnte ich vieles lernen und bin unfassbar gespannt darauf, was die kommenden Monate bringen werden. Ich halte euch auf dem Laufenden…

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