23. January 2025 | Von Finn Siebeneich 

Frisch gekündigt

Frisch gekündigt

Frisch gekündigt und bester Laune, den Job los zu sein, der mir nicht gefallen hat, habe ich mich erst einmal beim Service Center der Macromedia erkundigt, was meine Optionen sind. Ich hatte zwei Möglichkeiten:

Option 1: Ich nehme mir viel Zeit, suche ein neues Praktikum und wiederhole das Semester
Option 2: Ich finde innerhalb von sechs Wochen eine neue Stelle, die mich bis Ende September einstellt

Offen gesagt, habe ich selbst nicht daran geglaubt, dass ich Option 2 schaffen könnte – und ich wusste auch gar nicht, was ich überhaupt wollte. Also habe ich einmal alle Dinge aufgelistet, die mir bei meinem ersten Praktikum gefehlt haben, und die, die meine Bedürfnisse erfüllt hätten. Die Liste war ziemlich einseitig: Mir wurde klar, dass der klassische Bürojob nichts für mich ist.

Da fiel mir ein, dass ich vor Jahren einmal an einem Gewinnspiel teilgenommen und eine „AECPotenzialanalyse“ gewonnen hatte. Am Stärksten ausgeprägt waren bei mir die Farben Rot und Gelb. Rot steht für Selbstständigkeit und Gelb für Kommunikation. Hätte ich doch Jura studieren sollen? Nein, ich ziehe das durch.

Mittlerweile hatte ich aber nur noch fünf Wochen Zeit. Die Aufgabe, eine neue Stelle zu finden, wurde immer unüberwindbarer, und ich hatte noch keine einzige Bewerbung verschickt. Ich dachte mir: Wozu den Stress machen? Eine Extrarunde kann schon mal vorkommen. Mein Leben ist gerade eh so gut wie noch nie, und es würde niemanden überraschen, schließlich habe ich auch in der Oberstufe zwei Extrarunden gedreht.

Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ich bin ein Versager, weil ich gerade wie ein Versager denke. Ich gebe auf, ohne es probiert zu haben, aus Angst zu scheitern. So kann ich doch nie gewinnen.

Ich habe dann angefangen, mich nicht mehr zu fragen: Was kann ich gewinnen? Sondern: Was kann ich verlieren? Und da fiel mir auf: Gar nichts. Ich kann nur gewinnen. Ich gewinne entweder Zeit oder Erfahrung – und im schlimmsten Fall bleibt alles so, wie es gerade ist.

Da hat es Klick gemacht. Das Schlimme war: An diesem Punkt war ich schon einmal – vor zehn Jahren, mit 15. Damals hatte ich Angst vor der Ablehnung, wenn ich ein Mädchen anspreche und es nicht funktioniert. Dasselbe Prinzip: Man kann vom Boden nicht fallen. Deine Situation kann sich nur verbessern oder bleibt gleich.

Mut habe ich gefasst. Jetzt war nur noch die Frage: Was? Vertrieb hat mir schon immer Spaß gemacht. Also habe ich Bewerbungen an alle Vertriebsstellen geschickt, die ich in Leipzig finden konnte, und nachgehakt, ob die Stellen noch offen sind. Quantitätsprinzip.

Und dann traf ich auf Herrn Bunk …

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