24. November 2025 | Von Josephine Patzschke 

Zeitreisen und Kreativität

Zeitreisen und Kreativität

Es ist unfassbar, wie schnell die Zeit vergeht. Jeden Tag passieren so viele neue Dinge und ich sammele so viele neue Eindrücke, dass ich mittlerweile fest davon überzeugt bin, dass mein Gehirn davon überfordert ist. Denn einerseits habe ich das Gefühl, schon ewig hier zu sein, andererseits würde ich jedem glauben, der mir erzählen würde, ich sei gerade erst angekommen. Aber das stimmt nicht. Ich bin jetzt schon über einen Monat hier und ein Drittel meiner Zeit hier ist vorbei.

Mittlerweile habe ich mich richtig eingelebt an der Regents University. Ich habe die Wände meines Zimmers mit Fotos dekoriert, mir eine Kuscheldecke und Kissen geholt, mich bei den Getränken in der Campus-Brasserie durchprobiert, einen Lieblingsplatz in der Bibliothek gefunden und Freunde, mit denen ich weiterhin London erkunde.

Auch auf dem Campus habe ich jetzt einigermaßen an Orientierung gewonnen. Für den Notfall kann man aber auch immer an der Rezeption nach dem Weg fragen oder in der App nachgucken. Zusätzlich bietet sie aber auch eine Karte vom Campus, eine Übersicht über die Anwesenheit, Links zum Intranet und Informationen zu Gastvorträgen.

Davon habe ich auch letzte Woche bereits einen besuchen können. Die unter euch, die sich für Film interessieren, haben den Namen „Isabelle Sieb“ bestimmt schon einmal gehört. Sie ist BAFTA- und Emmy-nominierte Drehbuchautorin und hat ihre Karriere an der Regent‘s begonnen. In ihrem Vortrag hat sie von ihrem Werdegang erzählt und ist auf Fragen der Alumni eingegangen.

Neben den vielen spannenden Vorträgen bietet die Regent‘s University auch kostenfreie Sportprogramme an, für die man sich wöchentlich anmelden kann. Hier muss man schnell sein, da die Plätze sofort belegt sind. Besonders beliebt sind „Sculpt“ und „Pilates“, hier konnte ich leider noch keinen Platz ergattern. Dafür war ich schon mehrfach beim Yoga und bin nächste Woche zum „Cardio-Tennis“ angemeldet. Ich bin mir noch nicht sicher, wie gut ich das meistern werde, aber ich möchte, solange ich hier bin, so viel ausprobieren wie möglich.

Neben den Freizeitangeboten kommt auch das Lernen nicht zu kurz. Teilweise sind die Kurse ähnlich wie an der Macromedia aufgebaut. Also mit „Lectures“ wie den „Expert Sessions“ und „Seminars“ wie den „Campus Sessions“. Andere Kurse verbinden beides in einer Art Blockseminar. Als Medienmanagement-Studentin im dritten Semester habe ich hier folgende Kurse: Data Driven Marketing, Organisational Culture and Reputation, Professional Project Management und Creativity and Imagination.

Letzteres ist ganz anders als alle anderen Module, die ich bisher besucht habe. In der ersten Vorlesung hat jeder ein leeres Notizbuch bekommen und konnte sein Cover nach den eigenen Wünschen gestalten. Nur der Name musste zu lesen sein. Dazu hat uns unsere Dozentin alle möglichen Stifte und Sticker bereitgestellt.

Wir befassen uns in den Vorlesungen viel mit dem Konzept „Kreativität“ und verschiedenen bekannten Persönlichkeiten und ihrem kreativen Prozess. Wir bekommen unsere Notizbücher ausgeteilt und „Creative Writing Prompts“ gestellt, zu denen wir in wenigen Minuten unsere Gedanken zu Papier bringen müssen. Das mag erst etwas absurd klingen, aber wenn man sich darauf einlässt und dem Ganzen etwas Vertrauen schenkt, ist es herrlich.

Einige sind noch unbegeistert von der eher ungewöhnlichen Herangehensweise unserer Dozentin und den gewählten Inhalten. Ehrlicherweise kann ich es teilweise auch verstehen. Denn wenn man eigentlich kein Interesse an Kreativität und entsprechend auch keinen kreativen Studiengang hat, wirkt das Modul ziemlich nutzlos. Aber ich denke, wenn man das große Ganze betrachtet, dann tut Kreativität jedem gut und kann überall ihren Platz finden. Das, was ich bisher lernen durfte, zeigt mir, dass jeder kreativ sein kann. Man muss es sich nur trauen.

Als Kind und Jugendliche fiel es mir leicht, kreativ zu sein. Das muss ich im Laufe der Jahre irgendwie verlernt haben. Dieses Modul hilft mir, weniger Angst vor dem leeren Blatt Papier zu haben und mich wieder freier und kreativer auszuleben. Es ist der Wahnsinn zu sehen, was ein kleiner kreativer Impuls bewirken kann. Ich habe wirklich vergessen, wie gut mir Kreativität tut. Zeichnen, Schreiben, Fotografieren und Tagträumereien waren lange nicht mehr so schön

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