15. October 2025 | Von Laura Isabel Claros Schilling 

Ni Hao Beijing !

Die erste Woche an der BFSU – Ankommen und Einleben 

Ni Hao Beijing ! 

Nach der langen Reise war ich voller Vorfreude, aber auch ein wenig nervös. Das Check-in an der BFSU verlief überraschend organisiert: Wir bekamen unsere Dorm-Zimmer, die zwar einfach, aber praktisch eingerichtet sind. Besonders schön ist, dass die Wohnheime direkt auf dem Campus liegen, sodass wir keine langen Wege haben. 

Die BFSU ist in zwei Campusbereiche aufgeteilt – den East Campus und den West Campus. Beide haben ihren eigenen Charakter. Während wir auf dem West Campus die meiste Zeit verbringen, bietet der East Campus einige beeindruckende Sportanlagen. Dort kann man Tennis, Volleyball oder Fußball spielen, was perfekt ist, um nicht nur aktiv zu bleiben, sondern auch neue Leute kennenzulernen. 

Die ersten Tage waren vor allem von organisatorischen Dingen geprägt, aber es gab auch viele Möglichkeiten, die anderen Studierenden kennenzulernen. Alle sind unglaublich freundlich und hilfsbereit. Auch wenn die Sprache eine echte Herausforderung darstellt, finden wir immer eine Lösung. Viele nutzen Übersetzungs-Apps, und manchmal sprechen wir einfach auf Englisch. Auch wenn nicht jeder Englisch perfekt beherrscht, entsteht eine besondere Mischung aus Geduld, Humor und Hilfsbereitschaft. 

Die Lehrer sind ebenfalls sehr unterstützend. Schon in der ersten Woche merkte ich, dass es ihnen nicht nur um den Sprachunterricht geht, sondern auch darum, uns bei der Integration in den chinesischen Alltag zu helfen. 

 

Erste Ausflüge – Von der Großen Mauer bis zum Sommerpalast 

Natürlich wollte ich in den ersten Tagen auch etwas von Peking sehen – und dafür gab es sofort großartige Möglichkeiten. Mit der Universität sind wir zur Großen Mauer gefahren. Schon die Fahrt dorthin war ein Erlebnis: Etwa eine Stunde dauerte es mit dem Bus, und dann mussten wir noch ein Stück zu Fuß gehen, bis wir wirklich auf der Mauer standen. Der Aufstieg war anstrengend, die Stufen steil und unregelmäßig, aber als wir oben ankamen, war jeder Schritt es wert. Die Aussicht auf die endlosen Hügel und die Mauer, die sich wie ein Band durch die Landschaft zieht, war schlichtweg beeindruckend. 

Ein weiteres Highlight war unser privater Ausflug mit den Macromedia-Studenten. Gemeinsam besuchten wir den Sommerpalast und den Himmelstempel (Temple of Heaven). Beide Orte haben mich mit ihrer Architektur und Geschichte tief beeindruckt. Der Sommerpalast, mit seinen Pavillons und dem riesigen See, wirkte fast wie aus einem Gemälde. Der Himmelstempel wiederum, ein UNESCO-Weltkulturerbe, hat eine besondere spirituelle Atmosphäre. 

Besonders überraschend war der Eintritt. Es ist sehr günstig, oft nur umgerechnet 1 Euro, und mit dem Studentenausweis bekommt man noch einmal Rabatt. Das machte es uns leicht, die Kultur hautnah zu erleben, ohne dass es finanziell eine große Belastung war. 

 

Essen in China – Von der Herausforderung zum Highlight 

Ein Thema, das in den ersten Tagen nicht zu unterschätzen war, ist das Essen. Für jemanden wie mich, der eher ein „picky eater“ ist, war die Umstellung anfangs nicht leicht. Die Speisekarten sind meist nur auf Chinesisch, und es dauert, bis man die Gerichte zuordnen kann. Ohne Übersetzungs-App wäre ich wahrscheinlich völlig verloren gewesen. 

Doch schon bald stellte sich heraus, dass alle unglaublich hilfsbereit sind. Selbst wenn man mit Händen und Füßen kommuniziert, klappt es irgendwie immer. Und das Beste: Das Essen schmeckt fantastisch! Ich hatte am Anfang die Sorge, nicht zurechtzukommen, aber bis jetzt war jedes Gericht lecker und abwechslungsreich. 

Besonders praktisch sind die Kantinen auf dem Campus. Die BFSU hat gleich sechs Mensen: vier auf dem East Campus und zwei auf dem West Campus. Dort gibt es eine riesige Auswahl an Gerichten – von Nudelsuppen bis hin zu Reisgerichten mit Gemüse und Fleisch. Der Vorteil: Es ist nicht nur günstig, sondern auch nur wenige Gehminuten entfernt. Innerhalb von zwei Minuten steht man vor einer der Mensen, und man kann mit Freunden verschiedene Gerichte ausprobieren. 

Mit der Zeit lernt man, Lieblingsgerichte zu finden, und entdeckt, dass Essen nicht nur ein Teil des Alltags ist, sondern auch ein Tor zur Kultur. Ich freue mich schon darauf, noch mehr neue Geschmäcker zu entdecken. 

 

Fazit: Ein spannender Start in ein neues Abenteuer 

Meine ersten Wochen an der BFSU war eine Mischung aus Aufregung, kleinen Herausforderungen und großen Entdeckungen. Vom Einzug ins Wohnheim, über die ersten sportlichen Aktivitäten und Unterrichtsstunden bis hin zu den beeindruckenden Ausflügen zur Großen Mauer und historischen Tempeln – jeder Tag war voller neuer Eindrücke. 

Natürlich gibt es Momente, in denen die Sprache schwierig ist oder man sich nach Vertrautem sehnt. Aber die Freundlichkeit der Menschen, die Hilfsbereitschaft der Lehrer und Kommilitonen sowie die Offenheit, mit der man hier empfangen wird, machen den Start unglaublich angenehm. 

Das Essen, das anfangs eine Hürde war, hat sich schnell zu einem Highlight des Alltags entwickelt. Ob in den Mensen der BFSU oder in kleinen Restaurants in der Stadt – überall gibt es etwas Neues zu probieren. 

Wenn ich auf diese erste Woche zurückblicke, bin ich dankbar und neugierig zugleich. Dankbar für die Erfahrungen, die ich schon machen durfte, und neugierig auf alles, was noch kommt. Eines ist sicher: Dieses Auslandssemester in Peking wird eine Zeit voller Erinnerungen, die ich nie vergessen werde. 

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