Justus Pufe – CEO von fabricsforsale
In jungen Jahren eine eigene Firma gründen und diese erfolgreich zu leiten ist eine Herausforderung, der nicht viele gewachsen sind. Justus Pufe hat sich dessen angenommen und ist Inhaber des Onlineshops fabricsforsale, sowie dem dazugehörenden Store in Berlin-Kreuzberg, welcher sich dem Verkauf von Second-Hand Designer Kleidung und Taschen widmet. Im folgenden Interview spricht er über die Entstehung von fabrics und die damit gewonnenen, persönlichen Erfahrungen, sowie die Dynamik eines freundschaftlichen Arbeitsverhältnisses. Abschließend gibt er Tipps für den Einstieg in die Selbständigkeit.
Wie lauten dein Name, Alter und deine genaue Berufstätigkeit?
J.P.: Mein Name ist Justus Pufe, ich bin 25 Jahre alt und Geschäftsführer und Inhaber der Firma fabricsforsale.
Was ist fabricsforsale genau?
J.P.: fabrics ist ein Unternehmen, dass sich auf den Verkauf von Vintage Handtaschen und Accessoires von Luxusmarken spezialisiert hat. Wir führen sowohl einen OnlineShop als auch einen physischen Store in Berlin.
Wie ist die Entstehungsgeschichte von fabrics?
J.P.: Seit meiner Jugend interessiere ich mich aktiv für Mode und habe sowohl den Anals auch den Verkauf nebenbei als Hobby betrieben. Kurz nach meinem Abitur habe ich dann angefangen das Ganze etwas professioneller aufzuziehen bis ich dann Anfang 2020 nach Berlin gezogen bin. Hier hatte ich dann die Möglichkeit zwischen einem Studium oder einer tiefergehenden Professionalisierung des Business. Schlussendlich war die Nachfrage in Berlin so hoch, dass ich mich dazu entschlossen habe, das Projekt weiterhin durchzuziehen und bin somit am Ende hier gelandet.
Wie ist das in einem so jungen Alter ein eigenes Unternehmen zu gründen? Was waren die Herausforderungen und wie sah die Unterstützung von Freunden und Familie aus?
J.P.: Meine Familie hat mich auf dem ganzen Weg sehr unterstützt, auch wenn meine Mutter eher gewollt hätte, dass ich studiere. Da viele eher den klassischen Weg von Schule, Studium, Arbeit gehen ist es auf jeden Fall eine Herausforderung gewesen, sein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen. Man muss sehr früh viel Verantwortung übernehmen, aber gleichzeitig gewinnt man auch viel an praktischer Erfahrung, die ich
auch nicht missen würde.
Das Team von fabrics ist eher klein im Vergleich zu anderen Unternehmen und zusätzlich seid ihr auch Teil einer Freundesgruppe. Wie ist das mit so guten Freunden zusammen zu arbeiten?
J.P.: Viele raten einem dringlichst davon ab, ich persönlich hab bis jetzt sehr gute Erfahrungen damit gemacht, weil es natürlich die Arbeitszeit und die generelle
Lebenszeit, wenn man so viel Zeit in ein Projekt investiert, unglaublich verbessert. Besonders wenn es dann erfolgreich ist, hat man dadurch ein Erlebnis das man teilen kann, was das Ganze auch viel aufregender macht.
Was sind bis jetzt die größten Erfolge von fabrics?
J.P.: Einen Meilenstein haben wir diesen Sommer erreicht, als wir nach sieben Monaten Renovierung unsere erste, eigene Ladenfläche aufmachen konnten. Das ist ein Traum von uns, den wir verwirklicht haben. Auch zu sehen, welchen Anklang das bei den Leuten findet; dass sowas in Berlin auch vermisst wurde und unser Konzept gut ankommt. Ein anderer Erfolg, den ich besonders zum Ende des Jahres hin gemerkt habe, ist das Team, was wir geschaffen haben und wie wir gerade als Einheit funktionieren. Ich finde das eine starke Arbeitsgemeinschaft, die wir hier sowohl privat als auch auf der Arbeit gebildet haben und die wir so zuvor noch nicht hatten. Das ist denke ich der größte Erfolg für uns alle.
Mitte Dezember 2024 habt ihr ein eigenes fabrics Parfüm rausgebracht. Wie ist das, zum ersten Mal ein komplett eigenes Produkt auf den Markt zu bringen?
J.P.: Sowas ist vor allem im Vergleich zum Wiederverkauf gebrauchter Sachen mit deutlich präziserer Arbeit verbunden. Ich hatte zum Glück bei diesem Projekt große Hilfe von Can (Freund von Justus und Mitarbeiter bei fabrics), der sich sowohl um die Creative Direction als auch um den Produktentwurf und das Design gekümmert hat. Aber je nachdem welche Ansprüche man an das Produkt hat, ist es natürlich nochmal mit einer viel höheren Qualitätskontrolle verbunden, da wir vorher nur andere Produkte verkauft haben und jetzt das erste Mal wirklich mit unserem Namen hinter einem Produkt stehen. Mit dem Endergebnis bin ich mehr als zufrieden und ich hoffe, dass noch mehr solcher Projekte folgen.
Was sind deine persönlichen Erfolge im Zusammenhang mit fabrics? Inwiefern hast du dich durch deine Arbeit weiterentwickelt?
J.P.: Die bereits vorhin angesprochene Gemeinschaft ist für mich das größte Lebensgefühl, weil ich weiß, dass wir die meiste Zeit, die wir auf Arbeit verbringen, sowohl Spaß haben als auch etwas Produktives machen. Zusätzlich merkt man natürlich mit mehr Verantwortung, die auf einen zukommt, dass man reifer wird. Ich habe auch generell gemerkt, dass, dadurch dass ich relativ früh sowohl für mich als auch für meine Kollegen Verantwortung übernehmen musste, der eigene Charakter stark beeinflusst wird. Besonders wenn man sich mit Anderen in unserem Alter vergleicht, merkt man wie viel Lebenserfahrung man in so frühen Jahren mitnimmt.
Wie sieht deine weitere berufliche Zukunft aus, bezogen auf Zukunftspläne für fabrics und deine persönliche berufliche Zukunft?
J.P.: Mit fabrics stehen wir gerade erst am Anfang, da wir jetzt erst Projekte umgesetzt haben, die eigentlich schon zu früherer Zeit geplant waren. Im vergangenen Jahr haben wir sowohl die Teamfähigkeit als auch die Arbeitsprozesse optimiert, sodass wir zielorientierter arbeiten können. Diesbezüglich würde ich gerne in Zukunft das Volumen für fabrics erhöhen, da wir teilweise mit hoher Nachfrage an Produkten konfrontiert sind. Das heißt größere Drops und Produktumsätze, um die steigende Nachfrage am Markt zu stillen. Für mich persönlich könnte ich mir Creative Consulting gut vorstellen, vor allem im Bereich mit anderen Firmen, allerdings würde ich in Zukunft nicht mehr für jemand anderen arbeiten wollen.
Welche Tipps hast du für junge Menschen, die sich auch in die Selbstständigkeit begeben wollen?
J.P.: Wenn man sich sein Netzwerk aufbauen möchte, würde ich auf jeden Fall sagen, dass das organisch funktionieren muss. Wer aktiv danach sucht, wird meistens nicht sein gewünschtes Ziel erreichen. Man sollte zudem eine offene und aufgeschlossene Persönlichkeit haben und hartnäckig sein. Ich mache das Ganze seit fast 10 Jahren und bin auch noch längst nicht bei meinen Zielen angekommen, aber viele bleiben auf der Strecke liegen, weil sie nicht direkt die Erfolge sehen, die sie sich erwarten. Das ist am Ende aber auch nur ein Ausschlusskriterium und die, die in der Regel erfolgreich werden, sind die, die am längsten dranbleiben.
Vielen Dank an Justus für diese aufschlussreiche Interview!