17. August 2022 | Von Denise Schopp 

Ein Monat auf Mauritius

Ein kleiner Einblick in das Leben auf der wunderschönen Insel Mauritius.

Ein Monat auf Mauritius

Erstmal ankommen…

Mein Name ist Denise, ich bin 23 Jahre alt und am 19.07.2022 in Mauritius, wo ich mein Auslandssemester verbringe, angekommen. Nach fast 27-stündiger Reise wurde ich von meinen Mitbewohner*innen in unserem Airbnb in Albion begrüßt, mit Sekt und Kokosnüssen, frisch von der Palme in unserem Garten. Gibt es eine bessere Begrüßung? Ich glaube nicht.
Nach der ersten Freude folgte leichte Ernüchterung, denn die Standards in unserem Airbnb sind mit Deutschland nicht zu vergleichen. Alles ist gefliest, sogar der Bettrahmen, auf Sauberkeit wird generell wenig Wert gelegt und Ameisen trafen wir in jedem Zimmer an. Jedoch haben wir einen großen Außenbereich mit einer schönen Terrasse und eigenem Pool; an die Räumlichkeiten haben wir uns schnell gewöhnt und sind sehr glüklich mit unserem kleinen Häuschen. Mir fehlt dennoch am meisten mein Staubsauger!
Der Ort Albion ist ein schönes kleines Dorf nahe der Hauptstadt Port Louis und liegt direkt am Meer. Von unserem Haus aus sind wir in 10 Minuten zu Fuß am Strand. Der öffentliche Strand in Albion ist unglaublich schön und sehr ruhig, es gibt viele Streetfood Stände und das Wasser ist kristallklar. Insgesamt kann ich jedem empfehlen ein eigenes Airbnb zu buchen, anstatt in eine Hotelanlage zu gehen, da man dadurch wesentlich mehr von der Kultur mitbekommt und das Gefühl erhält, wirklich hier zu leben. Allerdings sollte man darüber nachdenken einen Mietwagen zu buchen, je nachdem wo man auf der Insel wohnt. Dank unseres Nachbarn, und Houseguard, Steeve erhielten wir nützliche Tipps über das Leben auf der Insel, er fuhr uns zum Einkaufen und half uns wo er konnte. Er ist ein sehr herzlicher Kerl und hat uns sogar vor einer riesigen Spinne gerettet.

Öffentlicher Nah- (oder besser) Fernverkehr

Unser Nachbar Steeve musste uns die Haltestellen und Busse zeigen, weil es in Mauritius keine Busfahrpläne oder offensichtliche Haltestellen gibt. Die Haltestellen haben nicht einmal ausgeschilderte Namen! Sogar die Einheimischen kennen die Zeiten der Busse nicht und haben sich damit abgefunden immer zu spät zu kommen, egal ob zur Schule, Uni oder Arbeit, in Deutschland undenkbar.

Leider brauchen wir mit dem Bus fast zwei Stunden zur Uni, mit dem Auto ist es eine halbe Stunde. Wir müssen in der schönen Kleinstadt Rose Hill umsteigen, was sich anfangs auch als Herausforderung darstellte, da es private Busanbieter gibt, die in hartem Konkurrenzkampf mit den staatlichen Busanbietern stehen. Busse versperren sich gegenseitig den Weg, um als Erstes losfahren zu können, locken die Fahrgäste, indem sie so tun, als würden sie losfahren, die Fahrt beginnt aber erst, wenn genug Fahrgäste im Bus sitzen, es muss ja schließlich Geld verdient werden.

Die Zustände der Busse sind ebenso gewöhnungsbedürftig wie die Fahrweise der Fahrer. Schwarze Abgaswolken, oft so dunkel, dass die gesamte Straße vernebelt wird – und schließende Bustüren sind die Ausnahme. Dafür ist der Bus sehr günstig, insgesamt bezahlen wir für den Weg zur Uni 71 MUR, umgerechnet ungefähr 1,60 €, mit der Buscard der Uni, welche wir leider erst nach drei Wochen erhielten, fahren wir sogar komplett kostenlos.

Die ersten Ausflüge und Aktivitäten

Unser Organisator und Ansprechpartner hier in Mauritius, Bennon, organisierte am Donnerstag der zweiten Woche unseres Aufenthalts eine erste Tour über den Charles Telfair Campus in Moka. Wir bekamen alle wichtigen Informationen bezüglich des Studiums hier und machten anschließend noch eine Tour in den Norden der Insel.

In der gleichen Woche wurde am Freitag außerdem ein Get-Together in Port Chambly organisiert, im Hotel, in dem der Großteil der weiteren Macromedia-Student*innen wohnen, die ihr Auslandssemester hier verbringen. Dort haben wir uns alle das erste Mal richtig kennen gelernt und es wurden bereits viele Freundschaften geschlossen. Es gab gratis Snacks und anschließend die Möglichkeit in den hoteleigenen Club zum Feiern zu gehen. Einen Tag später, am Samstag, organisierte Bennon eine Katamaran Tour für uns alle mit gratis Verpflegung und einem Live-DJ auf dem Boot. Wir konnten auf dem Boot den Sonnenuntergang genießen und haben anschließend getanzt und gefeiert. Leider hat das Wetter gegen Ende der Tour nicht mitgespielt und es fing sehr stark an zu regnen. Bei diesem Event haben sich fast alle aus unserer Gruppe erkältet, dennoch war es eine unglaubliche Erfahrung und jeder hatte sehr viel Spaß.

Ein paar Wochen später besuchten wir in einer kleineren Gruppe einen Hindu-Tempel in der schönen Kleinstadt Quatre Bornes, die im Herzen der Insel liegt. Der Tempel lag am Fuße eines Berges, von dort aus konnte man ganz Quatre Bornes überblicken. Vor Betreten des Tempels mussten wir unsere Schuhe ausziehen, dieser Brauch dient als Zeichen der Ehrfurcht und soll daran erinnern, dass man einen heiligen Ort betritt, bei dem man mit Gottheiten in Berührung kommen kann. Die Tempel sind wunderschön verziert mit verschiedensten Elementen, die den hinduistischen Glauben widerspiegeln. Generell leben sehr viele verschiedene Religionen hier auf der Insel gemeinsam im Einklang, unter anderem Hinduismus, Christentum und Islam. Die beeindruckendsten und auffälligsten Bauwerke sind allerdings ohne Zweifel hinduistischen Glaubens.

Paradise on Earth

Nicht umsonst bezeichnen die Einheimischen Mauritius als Paradise on Earth. Ein häufig gehörter Spruch lautet “Before God created heaven, he created Mauritius” und ich kann dem in jeder Hinsicht zustimmen. Die Natur auf der Insel ist atemberaubend, die Möglichkeiten hier etwas Neues zu erleben sind grenzenlos. Es gibt viele Wanderrouten aber auch Städtetrips und Shoppingtouren sind in den unzähligen Malls ebenso möglich wie faulenzen und sonnen am Strand. Die Menschen hier sind zu jedem aufgeschlossen, hilfsbereit und unglaublich freundlich. Man lernt jeden Tag etwas dazu, kann neue Bräuche und Sitten kennenlernen und auch kulinarisch ist hier für jeden etwas dabei. Egal, ob man hier studieren oder einfach nur Urlaub machen möchte, kann ich jedem einen Besuch dieser wunderschönen Insel nur empfehlen!

Ich bin unglaublich gespannt, was uns die nächsten Monate hier noch erwarten wird und freue mich auf die Weitere Zeit hier, im Paradise on Earth.