Das Semester ist für uns seit Ende Oktober endgültig vorbei. Es endet an der Curtin Universität nach 13 Unterrichts-Wochen – danach folgen noch drei Wochen Prüfungsphase, die aber für uns weggefallen sind, da wir keine schriftliche Prüfung, sondern nur Projektarbeiten abzugeben hatten.
Die letzten Wochen des Semesters waren – wie ganz normal beim Studieren – doch ein wenig stressig, da wir einige dieser Projektabgaben fertigzustellen hatten, aber der ganze Workload hier hält sich dann doch insgesamt im Rahmen – und mit der Campus-Bibliothek und den unzähligen Study-Rooms der Studentenheime hat man hier wirklich sehr gut die Möglichkeit, auch mal für einen Nachmittag konzentriert arbeiten zu können.
Aber auch, wenn wir ein bisschen mit der Uni beschäftigt waren, hat uns das natürlich nicht daran gehindert, weiterhin das Leben in Australien richtig zu genießen. Nach dem doch eher frischen Winter hier wird es an der Westküste Australiens endlich auch wärmer und an den unzähligen Stränden der Stadt tummeln sich inzwischen die Leute.
Die Strände der Stadt sind in der Hinsicht sehr interessant, weil sie teilweise komplett unterschiedlich sind. Zum entspannten Liegen im Sand und Schwimmen im Wasser eignen sich zum Beispiel der Port oder Leighton Beach, gleich bei dem ausgefallenen Stadtteil Fremantle.
Wer sich aber lieber am Surfen oder Body-Boarden probieren will, sollte auf jeden Fall an den Scarborough Beach schauen. Wer früh genug dran ist, kann sich hier an einem der Surf-Shop Stände ein Board ausleihen und über die teilweise echt riesigen Wellen des Strandes surfen – je später man aber kommt, desto höher ist die Chance, dass alle Surfbretter schon verliehen sind.
Surfen macht echt sehr viel Spaß und das Ausprobieren können wir auf jeden Fall empfehlen – man darf die Wellen und die Strömungen aber wirklich nicht unterschätzen.
Was uns auch wirklich ein bisschen überrascht hat – und das, obwohl man ja eigentlich die ganzen Geschichten aus Australien kennt – ist, wie oft es hier Hai-Sichtungen gibt.
Auch wir mussten schon einmal das Wasser verlassen, weil keine zwei Kilometer entfernt von uns eine Gruppe von neun Bullenhaien gesehen wurde.
Man muss also vorsichtig sein -auf der Website Shark-Smart kann man aktuelle Sichtungen und Hai-Tracker wenigstens ein bisschen verfolgen und lernen, die Situationen einzuschätzen.
Wochenende in Busselton
Und auch, wenn es sich zwischen Uni und Stränden in Perth sehr gut leben lässt, haben wir uns natürlich trotzdem nicht die Chance nehmen lassen, auch noch einmal mehr von der Umgebung Western Australias zu sehen.
Ein Local aus Perth, den wir in der Uni kennen gelernt haben, hat uns und noch zwei weitere Freunde über ein Wochenende in das Ferienhaus seiner Familie in Busselton mitgenommen.
Busselton liegt ungefähr zweieinhalb Stunden südlich von Perth an der Küste Westaustraliens und ist definitiv ein Besuch wert. Das absolute Highlight des netten Städtchens ist der Busselton Jetty (so nennen die Australier ihre Boots-Stege), der fast zwei Kilometer auf das Meer hinausführt. Es ist ein lustiges Gefühl, so weit auf das Meer hinauszulaufen – es kann auf dem Jetty allerdings auch sehr schnell windig werden.
Wir haben an dem Wochenende dann noch ein wenig die Umgebung von Busselton erkundet – das für seine unzählige Weingüter bekannte Margaret River zum Beispiel liegt nur eine halbe Stunde von hier entfernt im Landesinneren, und auch das Städtchen Dunsborough kann man sich anschauen.
Besonders toll sind hier aber natürlich nicht die Städte, sondern die Küste. Es gibt unzählige weiße Sandstrände, vollkommen abgeschieden und verlassen, an denen man Body-Boarden oder Schnorchel kann – davor aber auf jeden Fall die Shark-Smart Website abchecken.
Mit ein wenig Glück kann man an den Stränden sowohl Wale (etwas weiter draußen) als auch Delphine (gerne auch ziemlich nah am Strand) spotten. Wir hatten tatsächlich das Glück – und während wir Delphine an genau der Stelle schwimmen sahen, an der wir vor zehn Minuten im Wasser geschnorchelt haben und im Hintergrund Buckelwale im Wasser gespielt haben, haben wir uns schon gefragt, wie das ganze eigentlich noch jemals getoppt werden soll.
Abstecher nach Melbourne
Um unseren gemeinsamen Aufenthalt in Australien noch einmal richtig schön abzurunden, haben wir beschlossen, Anfang November noch einmal mit drei anderen internationalen Studenten einen richtigen Roadtrip zu machen – im Gegensatz zu unserem Trip in der Mid-Semester Break Week aber nicht in den Norden, sondern in Richtung Süden.
Weil Felix aber kurz danach schon wieder zurück nach Deutschland fliegt, hat er sich entschlossen, in der Woche vor dem Roadtrip in den Süden noch einmal für ein paar Tage alleine nach Melbourne zu fliegen.
Und auch, wenn es nur ziemlich kurz war und man natürlich nicht alles von Melbourne und der Umgebung anschauen konnte, hat es sich definitiv gelohnt. Die Innenstadt ist riesig, nochmal um einiges größer und lebendiger als Perth, aber dafür echt wirklich sauber und schön angelegt.
Es gibt viele Parks mitten in der Stadt, in denen man schnell vergisst, dass man sich gerade eigentlich in einer Millionen-Metropole befindet und unzählige Cafés, Läden und Bars, eine interessanter und hipper als die andere.
Wert ist auf jeden Fall ein Spaziergang zum Shrine of Remeberance, von dem man einen wirklich tollen Blick auf die Skyline der Stadt hat, einen Abstecher in die National Galery of Victoria, in der man die meisten Ausstellungen kostenlos besichtigen kann, oder für Sportbegeisterte ein Ausflug zum Melbourne Cricket Ground, dem größten Stadion der Südhalbkugel der Erde mit mehr als 100.000 Plätzen.
Wichtig ist bloß, wirklich Kleidung für jedes Wetter mitzunehmen. Die Australier machen gerne Witze über die „vier Jahreszeiten in Melbourne“, die man alle an einem Tag erleben kann – und das stimmt absolut, innerhalb von einer Stunde kann es von Regen zu hellem Sonnenschein zurück zu Regen und Wind wechseln.
Roadtrip nach Esperance
Wenig Tage später nach seiner Rückkunft ging es für uns dann los auf unseren Roadtrip an die Südküste Australiens – auf dem wir uns aktuell immer noch befinden und von dem wir diesen Blog-Beitrag verfassen.
Unsere erste Station war das kleine Städtchen Pemberton, circa vier Stunden südlich von Perth. Wir haben erneut die Busselton/Margaret River Gegend mitgenommen und sind noch einmal über den Busselton Jetty gelaufen. Wir haben uns im Laufe des Tages ein bisschen Zeit gelassen, was wir später dann definitiv bereut haben – denn sobald man sich aus den Großstädten Australiens herausbegibt, sollte man darauf achten, noch bei Tageslicht bei seinem Ziel anzukommen.
Uns haben schon viele Leute davor gewarnt, in der letzten Stunde vor und nach Sonnenuntergang zu fahren, weil dort viele Kängurus auf den Straßen unterwegs sind – trotzdem hat es uns ziemlich geschockt, als wir im Dunkeln eine Vollbremsung machen mussten, weil ein Känguru mitten auf der Straße vor uns stand.
Man muss hier also wirklich sehr aufpassen und im Dunkeln langsam fahren. Statt den erlaubten 110 km/h sind wir 40 gefahren.
Noch ein kurzer Einschub: Falls ihr es wie wir verpasst habt, euch einen Internationalen Führerschein zu besorgen, könnt ihr euch hier trotzdem Mietautos leihen.
Dafür könnt ihr euch die NAATI-Übersetzung im Internet holen, eine zertifizierte Übersetzung eures Führerscheins, den die Mietwagen-Firmen akzeptieren. Billiger ist es allerdings, sich den internationalen Führerschein in Deutschland ausstellen zu lassen.
Von Pemberton ging es für uns dann nach einer Nacht weiter zum Städtchen Albany, bereits an der Südküste Australiens.
Auf dem Weg hierhin haben wir einen Abstecher in das Valley oft the Giant Trees gemacht – einem Wald mit riesigen Bäumen, in dem man auch auf Hängebrücken zwischen den Baumwipfeln spazieren gehen kann.
Die Bäume waren schon sehr beeindruckend und die ganze Natur hier ist sehr anders als alles, was wir davor von der Westküste Australiens kannten – allerdings fanden wir den sogenannten „Skywalk“ ziemlich kurz und mit 21 Dollar ein bisschen teuer. Falls man aber in der Gegend ist, ist zumindest die Umgebung einen Abstecher wert.
Albany ist die viertgrößte Stadt Western Australias, mit sehr vielen schönen Stränden in der Umgebung und vielen netten, kleinen Restaurants und Bars in der Innenstadt.
Weil das Wetter bei uns leider nicht so gut war, haben wir uns entschlossen, an dem einen vollen Tag den wir in Albany verbracht haben, eine Stunde ins Landesinnere zu fahren und auf den Bluff Knoll Berg zu wandern.
Wie gesagt, das Wetter war nicht gerade traumhaft, aber das Wandern war ziemlich schön und mit insgesamt drei Stunden auch absolut machbar.
Von Albany ging es dann für uns vier Stunden entlang der Südküste Australiens nach Esperance. Auf dieser Fahrt können wir auf jeden Fall den Abstecher zur Bremer Bay empfehlen – auch wenn uns dieser Umweg circa eineinhalb Stunden Fahrtzeit gekostet hat. Aber wir waren uns einig, dass das bis jetzt der absolut schönste Strand Australiens war, an dem wir waren.
Über Esperance können wir leider noch nichts schreiben, weil wir erst gestern Abend hier angekommen sind – aber auch hier gibt es traumhafte Strände und Buchten, auf die wir uns in den nächsten Tagen freuen.