Ein fließender Einstieg ins Praxissemester
Der Einstieg ins Praxissemester wird oft als kompletter Neuanfang beschrieben. Bei mir verlief dieser Übergang jedoch anders: Ich habe mein Praxissemester im selben Unternehmen begonnen, in dem ich zuvor bereits als Werkstudent tätig war. Statt eines klassischen Onboardings änderte sich vor allem eines – mein Vertrag. Genau dieser fließende Übergang hat meinen Start ins Praxissemester geprägt und mir ermöglicht, von Anfang an intensiver in die Arbeit einzusteigen.
Als Werkstudent war ich vor allem mit unterstützenden Tätigkeiten beschäftigt: Ich druckte Exposés für die Berater aus, bereitete Unterlagen auf und erstellte Präsentationen, die ich anschließend noch einmal für mich selbst zusammenstellen musste, um den Überblick zu behalten. Mit dem Wechsel ins Praxissemester änderte sich der Umfang meiner Aufgaben deutlich: Ich übernahm eigenständig ein Projekt, bei dem ich eine gesamte Bürofläche vermarkten musste. Das beinhaltete den direkten Kontakt zu potenziellen Kunden, die Abstimmung von Besichtigungsterminen, die Erstellung individueller Angebote und schließlich die Verhandlung bis hin zum Abschluss. Verantwortung, die ich als Werkstudent zuvor nicht übernehmen konnte.
Dieser Unterschied zwischen Zuarbeitung und eigenständiger Arbeit wurde sofort spürbar: Während ich vorher hauptsächlich vorbereitend tätig war, konnte ich nun Entscheidungen treffen, eigene Lösungsansätze entwickeln und aktiv zum Projekterfolg beitragen. Diese neue Verantwortung hat mir nicht nur fachlich geholfen, sondern auch mein Selbstvertrauen gestärkt. Ich konnte Fragen stellen, eigene Ideen einbringen und mich aktiv am Arbeitsalltag beteiligen – nun nicht mehr als Hilfestellung, sondern als vollwertiges Teammitglied.
Da ich das Unternehmen, die internen Abläufe und das Team bereits kannte, fiel die Eingewöhnungsphase sehr kurz aus. Ich wusste, wie die Arbeitsprozesse funktionieren, mit welchen Tools gearbeitet wird und an wen ich mich bei Fragen wenden kann. Das hat mir von Beginn an Sicherheit gegeben und den Druck genommen, mich erst neu orientieren zu müssen.
Für zukünftige Studierende möchte ich mit diesem Beitrag zeigen, dass der Weg ins Praxissemester nicht immer mit einem kompletten Wechsel verbunden sein muss. Wer bereits als Werkstudent arbeitet, kann den Übergang gezielt nutzen, um Verantwortung zu übernehmen und sich fachlich weiterzuentwickeln. Wichtig ist dabei, offen zu kommunizieren, welche Erwartungen man an das Praxissemester hat und welche Aufgaben man gerne vertiefen möchte.
Rückblickend war der direkte Übergang vom Werkstudenten zum Praktikanten für mich eine sehr wertvolle Erfahrung. Er hat mir ermöglicht, ohne lange Einarbeitung in mein Praxissemester zu starten und die Zeit intensiv zu nutzen. Genau darin liegt für mich der größte Vorteil dieses Modells: Man beginnt nicht bei null, sondern baut auf dem auf, was man bereits gelernt hat.