Sie gehören für viele Journalisten in der Sportbranche zum gängigen Alltag:
Pressekonferenzen. Bereits zum Anfang meines Praktikums hatte ich gehofft, die Chance zu bekommen, bei einigen Pressekonferenzen mit dabei sein zu können. Am 21. April begann mein Tag wie üblich mit der 9:00-Konferenz, bei welcher das gesamte Sportkollegium zusammenkommt und bespricht, wann über was berichtet werden soll. Es werden die spannendsten Themen des Tages, die unser Nachtschicht-
Team meistens bereits vorbereitet hat, herausgearbeitet und diskutiert. Hier erfuhr ich, dass ein Kollege von mir heute zur Pressekonferenz nach Leverkusen geschickt werden sollte, da am nächsten Tag das heiße Pokalspiel zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern München anstand. Ich ergriff meine Chance und durfte ihn begleiten.
Um ca. 13:00 Uhr erreichten Robert, mein Kollege, und ich nach etwa einer halbstündigen Fahrt die Bay-Arena, wo wir im exklusiven Presseeingang empfangen wurden. Nachdem wir das Stadion betreten hatten, nahmen wir auch schon im Konferenz-Saal platz, in welchem bereits einige weitere Journalisten warteten. Da wir noch ein wenig Zeit hatten, besprach ich mit Robert mögliche Fragen, die er dem Leverkusener Trainer Kasper Hjulmand stellen könnte. Kurz darauf wurden wir in die Presse-Kantine eingeladen, in welcher wir vor der PK noch gemeinsam mit einigen weiteren Journalisten essen durften. Nach dem Start dauerte es nicht lange, bis auch Robert unsere Frage stellen durfte, was für mich definitiv nicht nur eines der Highlights dieses Tages, sondern meines gesamten Praktikums war. Grund dafür war nicht die Frage an sich, sondern alles weitere drumherum. Wenn man sich dazu entscheidet, den beruflichen Weg des Sportjournalisten einzuschlagen, sind Pressekonferenzen, abgesehen von Stadionbesuchen im Pressebereich, mit Sicherheit einer der Highlights, weshalb mir dieser Moment auch persönlich unheimlich viel bedeutet hat. Allein die Anwesenheit in solch einem Pressesaal, gepaart mit einer selbst erarbeiteten Frage an den Trainer einer gestandenen Bundesligamannschaft wie Bayer Leverkusen, war für mich definitiv ein Highlight innerhalb meiner noch so jungen beruflichen Karriere. Auch die Anfahrt über den Presseeingang und das gemeinsame Essen in der Pressekantine mit anderen Journalisten hat mich wirklich beeindruckt und war gleichzeitig ein kleiner Traum von mir. Nach der Pressekonferenz, die in etwa eine halbe Stunde dauerte, bekamen mein Kollege und ich noch den Auftrag, einige schöne Aufnahmen vom Stadion zu machen und einen Aufsager (praktisch eine kurze Anmoderation) zu drehen. So bekam ich die Möglichkeit, einmal in einem völlig leeren Stadion zu stehen und passende, coole Aufnahmen zu produzieren, die später vom RTL Aktuell-Team verwendet werden sollten. Ich fungierte bei sämtlichen Aufnahmen als Kameramann, mein Kollege Robert übernahm die Funktion des Reporters vor der Kamera. Nachdem wir den offiziellen Aufsager im Kasten hatten, entschied ich mich dazu, ebenfalls einen kurzen inoffiziellen Aufsager vor der Kamera zu moderieren, um nebenbei etwas Erfahrung vor der Kamera zu sammeln.
Abschließend wurden noch einige Shots außerhalb des Stadions gedreht, ehe es zurück zum RTL Campus ging, wo ich Robert noch beim Schnitt des Beitrags über die Schulter schaute.
Alles in allem ist mir dieses Erlebnis aus meinem Praktikum besonders gut im Gedächtnis geblieben, da dieser Tag ziemlich konkret das zusammengefasst hat, was ich und viele weitere etablierte und angehende Kollegen an diesem Beruf so schätzen. Abwechslung, Kreativität und auch Arbeit, die sich mal außerhalb eines 8-stündigen Bürojobs bewegt, machen dieses Berufsfeld wirklich zu etwas Besonderem, was ich bis zum Ende meines Praktikums sehr zu schätzen wusste. Auch wenn ich noch einiges Weiteres erleben durfte, was objektiv vielleicht sogar noch spannender war: Teil einer Pressekonferenz zu sein, war ein kleiner beruflicher Traum, den ich mir hier erfüllen konnte.