16. November 2022 | Von Alina Mertens 

Bonjour Paris: Meine ersten Eindrücke

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt und ich berichte über meine Vorbereitung für Paris, die ersten Eindrücke und Erlebnisse sowie ein paar erste Tipps und Empfehlungen. Viel Spaß beim Lesen!

Bonjour Paris: Meine ersten Eindrücke

Wohnungssuche und Anreise

Zuerst möchte ich etwas von der ganzen Organisation in Bezug auf Wohnung, Anreise usw. berichten. Tatsächlich bin ich nicht komplett alleine nach Paris gezogen, sondern habe zwei Freundinnen mitgenommen, die zur gleichen Zeit ein Auslandssemester hier machen. Was die Wohnungssuche anging, waren wir uns recht schnell einig, bezogen auf die Lage sowieso unser Budget. Tatsächlich gibt es einige Möglichkeiten, eine möblierte Wohnung für wenige Monate zu finden. Über ganze Apartments, WGs und Studentenwohnheimen sowie Airbnb’s ist alles dabei. Das Schwierige hierbei ist es, etwas zu finden, das sowohl bezahlbar ist als auch nicht weit außerhalb von Paris liegt.

Paris ist in einen Kreis von 18 Arrondissements aufgeteilt, worin jedes dieser Arrondissements seinen ganz eigenen Charakter hat. Das Istituto Marangoni liegt sehr zentral im 8. Arrondissement, ganz in der Nähe vom Arc de Triomphe. Glücklicherweise haben wir eine Wohnung gefunden, die ebenfalls im 8. Arrangement liegt, wodurch ich nur knapp 20 Minuten zu Fuß dorthin brauche. Unsere Wohnung haben wir letztendlich über Paris Attitude gefunden. Hier werden möblierte Wohnungen vermietet und man kann sowohl nach Lage als auch nach Anzahl der Personen und dem Budget pro Monat filtern. Ich habe einige Leute kennengelernt, die darüber ebenfalls ihre Unterkunft gefunden haben. Diese Wohnung haben wir bis Ende Dezember und ab Januar musste ich eine zweite Wohnung für mich alleine finden. Diese habe ich über Housing Anywhere gebucht. Auf solchen Plattformen funktioniert die Kommunikation und Buchung meistens sehr schnell und unkompliziert, jedoch muss man auch immer eine zusätzliche Servicegebühr zahlen. Eine Kaution kommt meistens auch mit hinzu, diese wird einem nach dem Auszug aber wieder erstattet. Preislich muss man damit rechnen, dass man alleine mindestens 600-800€ pro Monat zum wohnen einplanen muss. Wenn man mit anderem zusammen zieht, kann es durchaus günstiger sein, muss es aber nicht zwingend, da die Wohnung insgesamt auch größer und somit teuerer sein wird. Man sollte sich auch darauf einstellen, dass eine eigene Wohnung durchaus auch mal nur 12-15qm groß sein kann.

Wie man also merkt, gestaltet sich das alles etwas kompliziert, man wird eher wenig Platz zum Wohnen haben und trotzdem viel bezahlen müssen, je nach Lage der Wohnung. Aber für ein paar Monate in Paris ist das absolut machbar, da man sowieso neue Leute kennenlernt und viel unterwegs ist. Insgesamt sind alle 18 Arrondissements gut an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden und man kommt überall ganz einfach mit Metro oder Bus durch die Gegend. Die eher gefährlicheren Viertel sind das 19. und 20. Arrondissement, aber vorsichtig sollte man natürlich immer sein, gerade am Abend oder nachts. Jedes Arrondissement hat aber auch seine schönen Seiten, süßen Straßen, Cafés und Altbauhäuser.

Shopping & Paris Fashion Week

In Paris angekommen, haben wir uns erstmal in unserer neuen Wohnung eingerichtet und sind am ersten Abend noch in die Stadt gegangen, um was Leckeres zu essen und das erste Glas Wein in Paris zu genießen. Da wir ca. eine Woche vor der Einführungswoche vom Istituto Marangoni angekommen sind, hatten wir noch einige Tage Zeit, um Paris zu entdecken und ein paar Dinge zu unternehmen. Zuerst waren wir in der Champs Elysées und haben uns ein paar Geschäfte angesehen wie Yves Saint Laurent, Chloé oder Chanel. Da sich auf dieser Straße eher Luxusmarken befinden, empfehle ich zum Shoppen den Bahnhof Les Halles oder Second Hand Shops, die überall in der Stadt verteilt sind. Ansonsten ist die Galeries Lafayettes natürlich auch ein wunderschönes Einkaufszentrum, was man mal gesehen haben sollte. Es gibt eine Galeries Lafayette auf der Champs Elysées, die große und bekannte befindet sich jedoch auf dem Boulevard Haussmann. Dort ist über Parfum, Make up, Accessories und Kleidung sowieso einem Vintage Store alles vertreten. Günstigere Einkaufsmöglichkeiten befinden sich ganz in der Nähe davon. Es gibt auch immer mal wieder Pop Up Stores in der Stadt, in denen Start Ups und Second Hand Stores ihre Kleidung und Accessoires verkaufen.

Während unserer ersten Woche fand zeitgleich die Paris Fashion Week statt. Wir haben uns im Voraus Karten für eine Show bestellt, welche in der American Cathetral stattfand. Pro Ticket haben wir 60€ bezahlt, was in unseren Augen auch gerechtfertigt war. Die Location war toll, wir hatten Sitzplätze und die Show ging ca. 2 Stunden, da mehrere Designer ihre Kollektionen vorgestellt haben. Dort waren zwar keine großen Luxusmarken vertreten, jedoch waren trotzdem sehr beeindruckende Kollektionen zu sehen. Das ganze Feeling dort war wirklich toll und wir sind sehr froh, dass wir dabei sein konnten. Ich zeige weiter unten ein paar Einblicke von der Show.

Außerdem waren wir bereits in der Dior Galerie, ein wirklich wunderschönes Museum rund um die Geschichte und Entstehung von Christian Dior. Das Museum befindet sich in dem Gebäude, welches von Dior damals zur Entstehung von Kollektionen sowieso Austellungen genutzt wurde – sehr beeindruckend und eine absolute Empfehlung! Der Eintritt hat ca. 8€ gekostet, was total fair ist. Sehr interessant sind außerdem die Louis Vuitton Foundation, das pinke Valentino Haus sowieso die Yves Saint Laurent Galerie.

To Do‘s in Paris

Weitere Empfehlungen sind zum einen natürlich der Eiffelturm, auf den man für etwas Geld gehen oder einfach nur den Anblick von allen möglichen Stellen genießen kann. Ich mag es total, von der Seine aus auf den Eiffelturm zu schauen, im Park davor einen Crêpe zu essen oder mit etwas Wein dort zu sitzen und zu entspannen. Ein weiterer Tipp ist die Rue de l‘Université, mit tollem Blick auf den Eiffelturm und perfekt für ein paar schöne Fotos. Vom Place du Trocadéro ist der Eiffelturm ebenfalls super zu sehen und die Seine ist auch ganz in der Nähe.

Super schön ist auch der Arc de Triomphe, nicht nur von außen sondern auch von oben. Junge Leute unter 26 kommen nämlich kostenlos dort hoch und man hat einen tollen Blick über ganz Paris (als Alternative zum Eiffelturm).  Besonders schön ist es dort zum Sonnenuntergang oder am Abend, wenn der Eiffelturm zu jeder vollen Stunde anfängt zu glitzern. Übrigens kommt man auch kostenlos unter 26 in jedes Museum, wie das Louvre, das Musée d‘Orsay oder das Musée de l‘Orangerie (meine persönliche Empfehlung für Monet Fans). Insgesamt ist es super, dass es in Paris so viele Möglichkeiten für junge Leute gibt, kostenlos etwas zu sehen oder zu nutzen.

Ansonsten hat Paris wunderschöne Parks wie den Parc Monceau oder den Jardin du Luxembourg sowie den Canal du Saint Martin zum Spazieren gehen. Was man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte ist Montmartre mit der Sacre Cœur und dem Place du Tertre, welche im 18. Arrondissement liegen. Auf der Treppe vor der Sacre Cœur spielen immer Musiker, dort sind viele junge Leute und man hat einen tollen Ausblick auf die Stadt. Auf dem Place du Tertre gibt es leckere Crêpes und viele talentierte Künstler, von denen man sich zeichnen lassen kann.

Wenn man in Paris ist, sollte man unbedingt Cafés und Restaurants ausprobieren. Ein beliebtes Restaurant ist das Pink Mamma, dort schmeckt vor allem die Trüffel Pasta sehr gut. Schöne Cafés sind das Café de Flore, Les Deux Magots oder Le Café Marly direkt am Louvre. Man sollte unbedingt mal eine französische heiße Schoki probieren. Für gute Macarons empfehle ich Carette, was direkt am Place du Trocadéro liegt. Zum Frühstück holen wir uns sehr gerne frische Croissants oder ein Pain au Chocolat bei einer Boulangerie. Die gibt es tatsächlich an jeder Ecke und man hat direkt ein leckeres und günstiges Frühstück.

Tipps für deine Zeit in Paris

  • Fang unbedingt rechtzeitig mit der Wohnungssuche an, damit du auf der sicheren Seite bist und auch das Richtige für dich findest. Je früher du anfängst, desto günstiger könnte eine Wohnung sein. Das trifft genauso auch auf die Anreise mit Flug, Zug oder Bus zu.
  • Es macht Sinn, sich ein französisches oder europäisches Bankkonto einzurichten, um bspw. Wohngeld (CAF) zu beantragen. Außerdem kann es sinnvoll sein, sich eine französische Handynummer zu besorgen, diese wird aber auch vom Istituto Marangoni zur Verfügung gestellt.
  • Um mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durch Paris zu kommen, sollte man sich auf jeden Fall einen Fahrpass zulegen. Hier gibt es die Möglichkeit, die Karte mit 10 oder 20 Einzelfahrten aufzuladen oder sich ein Wochen-, Monats-, oder Jahresticket zu kaufen. Das kann man ganz einfach am Schalter in den Metro Stationen machen, man braucht aber ein Passbild für das Ticket.
  • Wenn du Kaffee und heiße Schoki liebst, mach unbedingt online ein Abo bei Pret a Manger! Das kostet 25€ im Monat und man kann sich bis zu 5 Heißgetränke am Tag holen, was sich preislich definitiv lohnt. Pret a Manger gibt es sehr oft in Paris, weshalb du eigentlich immer wieder bei einem vorbei kommst. Neben dem Istituto Marangoni ist tatsächlich auch einer!
  • Lebensmittel sind in Paris leider relativ teuer, vor allem in französischen Supermärkten wie Franprix. Suche dir lieber einen Aldi oder Lidl, davon gibt es einige und man kommt insgesamt deutlich günstiger. Wenn du in einer WG lebst, macht es auch Sinn, die Einkäufe über eine App wie Split zu dokumentieren und aufeinander aufzuteilen.
  • Wenn es um Alkohol geht, kann Paris tatsächlich auch sehr teuer sein. Hier macht es Sinn, die Happy Hours der Bars zu nutzen. Auch der Eintritt in bestimmten Clubs kann etwas teuer werden, daher empfehle ich es, die ein oder andere Erasmus Party zu besuchen. Hier zahlt man bis zu einer bestimmten Uhrzeit oftmals gar keinen Eintritt.
  • Nachts fährt die Metro für einige Stunden nicht, d.h., dass man entweder mit dem Nachtbus fahren kann (leider ist der meistens eher unzuverlässig) oder man bucht sich ein Taxi für den Heimweg. In Paris ist das Taxifahren tatsächlich verhältnismäßig günstig. Mit Uber oder Freenow spart man sogar noch mehr Geld.
  • In Paris gibt es keine Drogerien wie bei uns in Deutschland. Dorgerieartikel gibt es hier nur in der Pharmazie, vereinzelt in Supermärkten oder etwas teurer in Beauty Stores wie Sephora.
  • Postkarten bekommst du in jedem kleinen Straßenshop für Touristen. Dort gibt es jedoch keine Briefmarken, die findet man nur in Tabak Geschäften.
  • Ansonsten: Man gewöhnt sich wirklich schnell an das Leben hier und daran, wie alles funktioniert. Manches muss man einfach auf sich zukommen lassen!

Das waren meine ersten Eindrücke die ich bisher in Paris gesammelt habe. Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Einblicke in das Leben hier geben und meine Tipps helfen dir, deinen Start in Paris etwas zu erleichtern. Im nächsten Blog werde ich näher auf das Istituto Marangoni eingehen.

Wenn du Fragen hast oder ich dir bei irgendwas behilflich sein kann, dann kannst du mich gerne über Instagram oder per E-Mail kontaktieren! <3

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