Nach fast 5 Monaten geht mein Praktikum bei der RTL-News GmbH langsam aber sicher dem Ende zu. Eine Zeit, die nicht nur wie im Flug vorbei gegangen ist, sondern in der ich auch vieles lernen und erleben durfte. Doch so eingearbeitet und im „Flow“, wie man gegen Ende ist, ist man natürlich gerade zu Anfang innerhalb eines so großen Konzerns nicht. Gerade die ersten Tage und Wochen waren sehr anstrengend und herausfordernd, weil mir die Arbeit bei solch einer großen Firma bisher fremd war und kurze Schülerpraktiken hiermit eher nicht vergleichbar sind. Auch wenn ich innerhalb des Sportresorts, in welchem ich auch über meine gesamte Praktikumszeit bleiben sollte, sehr warm und herzlich empfangen wurde, war vieles für mich anfangs sehr überwältigend und überfordernd. Dabei geht es nicht nur um fachliches und praktisches Wissen, welches man sich zusätzlich aneignen muss, um auch einen tatsächlichen Mehrwert bieten zu können, sondern allein schon um die Tatsache, in ein völlig neues und fremdes Kollegium hineingeworfen zu werden. Ich kam rasend schnell in Kontakt mit vielen Namen, Abteilungen, Aufgaben und persönliche Geschichten, bei denen es gar nicht mal so einfach war, den Überblick zu behalten. Gepaart mit einem riesigen Firmengebäude wurden diese Herausforderungen noch weiter verstärkt. Dennoch glaube ich, dass ich hier nur das erlebt habe, was jeder Praktikant, Azubi oder Arbeitsneuling, insbesondere bei solchen Großkonzernen, durchmacht. Trotz all dieser Umstände dauerte es nicht lange, bis ich mich an die Abläufe, die Kommunikation und die Art und Weise, wie hier gearbeitet wird, gewöhnt hatte und einen guten Anschluss an das Kollegium gefunden hatte. Mir fiel schnell auf, dass ich auf mich aufmerksam machen musste, wenn ich eine Aufgabe bekommen oder bei etwas dabei sein wollte. Mit der Zeit fiel mir es immer leichter, auf die Kollegen zuzugehen, da es in den meisten
Fällen auch belohnt wurde. Ich bekam nicht nur interessante Recherche- oder Videoschnittaufgaben, sondern konnte so auch einige der Erlebnisse möglich machen, die mir am besten aus diesem Praktikum in Erinnerung geblieben sind. Schnell war ich draußen und führte Interviews, besuchte Pressekonferenzen vor wichtigen Fußballspielen und begleitete eine Matchday-Sendung live hinter der Kamera und in der Regie. Ich lernte Moderatoren/Kommentatoren wie Jana Wosniza und Julian-Luca Schäfer, ehemalige Fußballer wie Patrick Helmes und Max Kruse kennen und durfte teilweise sogar bei einigen Nicht-Live-Sendungen in der Regie mithelfen. Auch wenn solche Erlebnisse natürlich nicht jeden Tag vorkamen, fühlte ich mich bei RTL stets gut aufgehoben und versorgt. Folglich nehme ich nicht nur Erinnerungen an einige großartige Erlebnisse mit, sondern auch einige praktische Skills, die mir hier beigebracht worden sind. Abgesehen von effizienter Recherche und dem schnellen Sammeln an Informationen, wurde ich insbesondere im Videoschnitt geschult, was auch abseits des Praktikums für mein weiteres Leben eine hilfreicheFähigkeit ist.
Auch wenn mein Praktikum alles in allem, besonders für RTL-Verhältnisse, sehr lange andauerte, habe ich mich nur selten gelangweilt, was aber wohl auch auf den Alltag des Journalisten zurückzuführen ist. Jeden Tag wurde ich mit neuen Themen und Herausforderungen konfrontiert.
Jeden Tag ging es bei uns innerhalb unserer täglichen 9:00 Uhr-Konferenz um die Fragen: „Was wollen die Leute heute sehen? Was zieht besonders stark? Wie verpacken wir bestmöglich die heißesten Themen“? Zusammen mit dem inkludierten Sportaspekt schuf sich für mich ein Alltag, der kaum abwechslungsreicher hätte sein können. Die Möglichkeit, sich jeden Tag aufs Neue mit seiner Leidenschaft beschäftigen zu können, Beiträge dazu zu erstellen und mit Kollegen in ständigem Austausch darüber zu sein, hat mir über die Zeit sehr viel Freude bereitet.
Was nehme ich also final aus meiner Zeit im Sportresort bei RTL mit? Wahrscheinlich die Tatsache, dass man nicht früh genug mit praktischer Arbeit und den daraus resultierenden Erfahrungen anfangen kann. Es lohnt sich, sich so früh wie möglich ein praktisches Bild des Alltags des Berufes zu machen, den man während des Studiums anstrebt. Insbesondere in der Medienbranche, die so stark umkämpft ist wie kaum eine andere, empfiehlt es sich so früh wie möglich Skills und Fähigkeiten zu lernen, die dich von anderen beruflichen Konkurrenten abheben. Nicht zuletzt aber auch natürlich das Knüpfen von wertvollen Kontakten die, so wie ich es innerhalb meiner Zeit hier gelernt habe, in der Medienwelt von absolut entscheidendem Vorteil sein können.
Abschließend bin ich dankbar für diese Zeit bei RTL. Ich konnte viel für meine persönliche und berufliche Zukunft mitnehmen und mir ein genaueres Bild davon machen, welche Richtung ich später tatsächlich einschlagen will. Mir wurde erst hier wirklich bewusst, wie wichtig praktische Erfahrung nicht nur für deinen zukünftigen Arbeitgeber, sondern auch für dich persönlich sein kann.