Ein Tag im Consulting
Wenn man sich einen typischen Tag im Consulting vorstellt, denkt man vielleicht an einen klaren Ablauf: morgens ins Büro kommen, Aufgabenliste abarbeiten, Meetings besuchen, Ergebnisse präsentieren, Feierabend. In der Realität sieht es meistens etwas anders aus. Denn gerade im Consulting gibt es nicht den einen typischen Arbeitstag. Jeder Tag kann anders aussehen, je nach Projektphase, Kundenterminen, Deadlines oder spontanen Aufgaben, die plötzlich dazukommen. Man lernt relativ schnell, dass Planung wichtig, aber Flexibilität mindestens genauso wichtig ist. Ich würde sagen, ungefähr 60 Prozent des Tages kann man planen und die restlichen 40 Prozent bestehen aus Dingen, die spontan reinkommen. Eine neue Anfrage, eine kurzfristige Recherche, ein Dokument, das noch einmal angepasst werden muss, ein Termin, der vorbereitet werden soll, oder eine Aufgabe, die plötzlich doch dringender ist als gedacht. Wer im Consulting arbeitet, muss also nicht nur strukturiert sein, sondern auch damit umgehen können, dass sich Prioritäten im Laufe des Tages verändern.
Ein Beispiel: An einem Tag sitze ich an einer Marktwertschätzung, berechne Umsätze, prüfe Quellen und schreibe an einem Gutachten weiter. Am nächsten Tag telefoniere ich mit einem Unternehmen wie Google, unterstütze bei der Abstimmung eines NDAs oder begleite spontan einen Kundentermin. Genau das beschreibt den Consulting-Alltag ziemlich gut: Man wechselt ständig zwischen Analyse, Kommunikation, Organisation und inhaltlicher Arbeit, je nachdem, was das Projekt gerade braucht.
Was ich ebenfalls gelernt habe, ist: Consulting läuft in Phasen. Es gibt Tage oder Wochen, in denen sehr viel gleichzeitig passiert. Da gibt es mehrere Deadlines, viele Abstimmungen und Aufgaben, die schnell fertig werden müssen. In solchen Phasen kann es auch vorkommen, dass man länger arbeitet oder dass der Tag intensiver ist als geplant. Gleichzeitig gibt es aber auch ruhigere Phasen, in denen man mehr Zeit hat, Aufgaben sorgfältig abzuarbeiten, Dinge nachzubereiten oder sich tiefer in Themen einzuarbeiten.
Ein typischer Tag im Consulting ist also vor allem eins: nicht komplett vorhersehbar. Man braucht Struktur, aber auch die Fähigkeit, spontan umzudenken. Man muss konzentriert arbeiten können, aber auch offenbleiben, wenn plötzlich etwas anderes wichtiger wird.