Im Filmmaking Studium lernen wir die Grundlagen, um mit Adobe Premiere Pro zu schneiden. Diese Grundlagen sind schon weitreichenden und für Projekte innerhalb des Studiums auch aus. Doch im meinem Praxissemester habe ich schnell gemerkt wie viel ich noch nicht weiß. Doch dank der Hilfe meiner Kollegen lerne ich das Programm jeden Tag besser kennen und fühle mich schon sehr sicher darin.
Daher kann ich nun erklären, wie ich an den Schnitt für ein Video herangehe. Der erste Schritt ist es ein Projekt zu erstellen und dies korrekt zu benennen. Jetzt in meinen Praxissemester halte ich mich dabei an die Vorgaben von Sommer & Co. Nach dem das Projekt erstellt wurde, sieht es so aus wie auf dem Bild. Danach erstelle ich eine Sequenz. Dabei halte ich mich an die Vorgaben für das bestimmte Projekt. Dann geht es an den Schnitt.
Am Anfang sortiere ich als erstes das gesamte Material. Sommer & Co hat eine vorgegebene Ordnerstruktur, an die ich mich immer halte und die mir meine tägliche Arbeit erleichtert. Vor allem, wenn ich an einem Projekt arbeite, das zuvor von anderen Kollegen angefangen wurde. Dann sichte ich das Material und synchronisiere den Ton zum Bild und markiere gute Clips, die ich später verwenden möchte. Auch nehmen wir oft mit mehreren Kameras auf und ich unterscheide diese farblich, damit ich im Nachhinein immer die Perspektive verwenden kann, die am besten passt.
Dann geht es an den Rohschnitt. Hier konzentriere ich mich zunächst auf den Inhalt. Dabei nutze ich vor allem die grundlegenden Schnittwerkzeuge wie das Rasierklingen-Tool, das Slip-Tool und das präzise Trimmen. Gerade hier habe ich im Praktikum viel gelernt, da meine Kollegen mir gezeigt haben, wie kleine Tool-Tricks den Workflow deutlich beschleunigen können. Nach dem Rohschnitt frage ich meistens direkt nach Feedback. Oft bekomme ich Hinweise zum Timing, Bildlängen oder Übergängen, die ich selbst noch nicht wahrgenommen habe. Dieses direkte Feedback hilft mir enorm meinen Blick für den Schnitt zu schärfen.
Im Feinschnitt wird der Schnitt für mich richtig spannend. Hier arbeite ich viel genauer mit der Timeline, zoome stark hinein und passe Schnitte auf einzelne Frames an, da schon ein Frame viel ausmachen kann. In dieser Phase lege ich auch Musik unter, die ich zuvor ausgesucht habe. Ich passe den Schnitt daraufhin den Beats an. Dadurch wird der Schnitt oft dynamischer. Besonders in dieser Phase hole ich mir immer wieder Rückmeldungen von meinen Kollegen, da ich hier oft noch unsicher bin und ich durch ihre Tipps ein immer besseres Gefühl für den Feinschnitt bekomme.
Ist der Feinschnitt fertig und der Kunde ebenfalls zufrieden, kommt die Farbbearbeitung. Besonders in diesem Bereich habe ich viel während des Praktikums gelernt und lerne immer weiter. Zu Beginn war ich oft unsicher, wie viel Farbkorrektur notwendig ist und welche Tools ich einsetzen sollte. Durch die Arbeit mit Lumetri Color habe ich nach und nach verstanden wie man Belichtung, Kontrast und Farben gezielt anpasst. Ich frage hier sehr bewusst nach Feedback, da Farben oft subjektiv wirken. Meine Kollegen erklären mir, worauf sie achten und warum bestimmte Einstellungen besser funktionieren als andere. Dadurch entwickle ich langsam ein eigenes Gefühl für einen sauberen, professionellen Look.
Ist das Projekt fertig, exportiere ich es. Dafür nutze ich immer die Sommer & Co Vorgaben, da sie zu allen Projekten passen. Nach dem Export schaue ich mir das Video noch einmal an, da beim Export Fehler passieren oder mir auch noch andere Fehler auffallen können. Dann zeige ich es dem Projektmanagement und wenn diese kein weiters Feedback haben, wird es an den Kunden weitergeleitet. Dann habe ich ein weiteres Projekt abgeschlossen und bin zufrieden mit dem, was geleistet wurde und was ich gelernt habe.
Schon nach dem ersten Monat meines Praxissemesters habe ich viel im Schnitt gelernt und lerne auch weiterhin viel. Aber auch kann ich mich durch mein vorhandenes Wissen im Unternehmen einbringen und helfe viel. So habe ich nach jedem Arbeitstag ein gutes Gefühl, da ich mein gelernten Wissen, direkt in produktive Arbeit umsetzen konnte. Das Gefühl etwas geschafft zu haben gefällt mir am Praktikum am meisten.