Wir leben auf dem Campus im Schloss und brauchen zu den Classrooms, sowie auch zur internen Kantine nicht mehr als zwei Minuten. Das Essen ist zwar nicht immer schlecht, aber wenn wir gerade keine Lust haben hier zu essen, dann gehen wir maximal 15 Minuten nach Manly zum Corso, die nächstgelegene „Stadt“, denn dort gibt es genug Möglichkeiten, um sich günstige Alternativen zu kaufen, wie zum Beispiel bei „Jaggi’s At Manly“ oder „Pocket Pizza“. Manly zieht besonders bei gutem Wetter Touristen und Sydneys Einwohner an, da Manly mehrere zauberhafte Strände hat und eine kleine Shoppingstraße.
Australische Fashion unterscheidet sich von der Europäischen auf eine positive Art und Weise. Um ehrlich zu sein, haben wir viel zu viel Gepäck mitgebracht, weil wir ständig kleine Shopping Days haben und immer wieder schöne neue Teile finden. Auf dem Nachhauseweg müssen wir bestimmt Übergepäck bezahlen, weil wir hier echt viele schöne Sachen kaufen und lieben lernen. Wir haben uns auch beim Treueprogramm von „Perks”, dem Mutterunternehmen von „CottonOn“, „Body“ und Co. angemeldet. Für jeden ausgegebenen australischen Dollar (≈0,62 EUR) gibt es einen Punkt und ab 100 Punkten erhalten wir einen 10-Dollar-Gutschein. Wir nutzen die Karte gemeinsam und „sparen“ so beim Shoppen.
Wir kaufen auch regelmäßig Snacks, Gemüse und Früchte im Supermarkt und auch dort haben wir eine Mitgliedschaftskarte. Uns ist aufgefallen, dass Australier großen Wert auf lokale Lebensmittel legen. Auf vielen Produkten ist ein Label oder auch eine Prozentzahl, wie viel von diesem Produkt „Aussie Made“ ist. Auch bei dem Obst und Gemüse sieht man auf den Schildern, dass sie entweder aus Australien oder Neuseeland kommen. Selten sieht man Importiertes und wenn, dann sind diese um einiges teurer.
Der Ruf von Australien und besonders Sydney ist von dem Ruf geprägt, dass alles teurer ist, aber um ehrlich zu sein, können wir dies nicht bestätigen. Wir würden behaupten, dass die Lebenshaltungskosten hier vergleichbar sind mit denen in Deutschland. Natürlich geben wir mehr Geld aus als in Deutschland, weil wir hier nicht kochen können und hin und wieder essen gehen, uns mal was gönnen, shoppen, Souvenirs kaufen und mal einen Kaffee unterwegs trinken, aber es ist nicht teurer als zuhause mal auszugehen. Jedoch gibt es auch einige Produkte und Dienstleistungen, die hier tatsächlich günstiger sind als in Deutschland, dazu gehört Sushi, Kleidung und Kaffee, wahrscheinlich weil viel lokal hergestellt und produziert wird.
Nach unserem Vlog während der O-Week und dem ganzen Spaß, den wir hatten und selbstverständlich noch haben, ging es besonders die letzten Wochen an das akademische Lernen und Abgaben hier in Sydney. Die Macromedia sucht die Kurse für uns aus, um möglichst nah am Studienplan zu bleiben. Dies führt uns zu 4 Kursen, die wir montags und dienstags unterrichtet bekommen: Marketing, Entrepreneurship, Project Management und Global Citizenship (variiert je nach Studiengang). Montags und dienstags haben wir 6 Stunden Vorlesung, also jeweils ein Kurs für 3 Stunden inklusive Pausen.
Wir dachten, dass wir ab Mittwoch theoretisch Wochenende hätten, aber die restlichen Tage werden, wie zuvor erwähnt, besonders für die Vor- und Nachbereitung von den Kursen aber auch für die „Assessments“ genutzt. Pro Kurs haben wir 3 Assessments, vergleichbar mit Hausarbeiten, aber stets auf verschiedene Weise, wie zum Beispiel Business Reports, kreative Projekte, Präsentationen, Einzelarbeiten aber auch Gruppenarbeiten.
Am Anfang dachten wir, dass das mehr Workload wäre als zuhause, aber wenn man sich einen guten Zeitplan erstellt und rechtzeitig mit den Assessments anfängt, dann funktioniert das gut. Auch wollen die mit dem Assessment schreiben, vermeiden, dass man für mündliche und schriftliche Prüfungen Bulimielernen und sein Wissen aus den Vorlesungen „praktisch“ in den Hausarbeiten nutzt. Die Profs sind alle sehr zuvorkommend, freundlich und hilfsbereit, weil sie alle wissen, dass unsere erste Sprache nicht englisch ist und es ein Aufwand ist, sich in neue Formalien und Vorschriften einzulesen, zu verstehen und durchzuführen. Der Unterricht jedoch ist vergleichbar mit dem aus der Macro, einige bevorzugen eine hohe Interaktivität und interessieren sich für die Meinungen der Studenten, während andere es präferieren Monologe zu führen. Für uns stellen glücklicherweise die englischen Vorlesungen, und das Texte schreiben, etc. sich als kein Problem dar. Selbst wenn, macht euch keine Sorgen, die Profs sind nachsichtig und jede Frage wird akzeptiert und im schlimmsten Falle kann man sich die Präsentationen aus den Vorlesungen im Nachhinein nochmal durchlesen.
Neben dem Assessments schreiben und in den Vorlesungen sitzen ist aber noch genug Zeit, um diverse Freizeitaktivitäten zu planen und durchzuführen, oder auch für einen Nebenjob. Von Party-Boottrips bis zu Wochenendausflügen haben wir hier einiges mitbekommen. Wir selbst waren z.B. im Kangaroo Valley (2,5h Autofahrt) und haben mit Wallabys gepicknickt und gewandert. Andere haben Trips nach Melbourne, Neuseeland oder auch Fiji geplant und können das auch gut ausbalancieren, mit der Uni.
Ich, Amalia, arbeite nebenbei für eine Eventfirma als Barkraft und bin regelmäßig auf verschiedenen Festivals im Einsatz, was mir ein sehr gutes Einkommen sichert. Ich genieße meine Arbeit hier und es ermöglicht mir, meinen Aufenthalt in Australien zu finanzieren. Die Balance zwischen Uni, Arbeit und Freizeit fällt mir dabei erstaunlich leicht, aber das liegt wohl daran, dass ich es bereits aus Deutschland gewohnt bin, verschiedene Verpflichtungen gut zu managen.
Schön, dass ihr bis hierher gelesen habt! Falls ihr Fragen habt oder aus irgendeinem Grund Kontakt mit uns aufnehmen möchtet, erreicht ihr uns gerne über Instagram unter @jilmiteineml oder @amaliaalexanderovna. Wir freuen uns schon auf das nächste Mal!