„Ach, und du arbeitest auch hier? Soll ich das nicht lieber selbst machen? Bist du sicher, dass du das hinbekommst?“
Solche Fragen höre ich regelmäßig von Kunden und von meinen Arbeitskollegen. Mitzubekommen wie die Leute an mir zweifeln, hat mich jedoch mehr und mehr dazu motiviert mich noch mehr anzustrengen. Doch nach zweieinhalb Monaten Praktikum ist es mir tatsächlich gelungen, viele von ihnen vom Gegenteil zu überzeugen und zu zeigen, dass ihre Vorurteile mir gegenüber unbegründet sind.
Verabschiede dich von Maniküren und schicker Officekleidung!
Es ist eben nicht nur ein klassischer Bürojob. Immer wieder muss mit angepackt werden. Wenn ich ein Design für einen Digitaldruck entwerfe, habe ich auch den Anspruch an mich selbst, dieses anschließend eigenständig am Fahrzeug umzusetzen. Schon immer war ich der Meinung, dass die handwerkliche Arbeit beim Design nicht vernachlässigt werden sollte. Denn wie sonst entwickelt man ein echtes Verständnis für Texturen, Farben und das jeweilige Fahrzeug, das foliert werden soll?
Mich an einen PC zu setzen und an Entwürfen arbeiten zu lassen, fiel meinen Vorgesetzten lange Zeit leichter, als mir anspruchsvollere Aufgaben zu übertragen, mit denen ich noch nicht vollständig vertraut war. Doch inzwischen hat sich das Blatt gewendet. Die Auftragslage der letzten Wochen ist so stark angestiegen, dass für mich als Praktikantin oft nur noch die sprichwörtliche „Drecksarbeit“ übrig bleibt.
Doch wie sagt man so schön…
„Lehrjahre sind keine Herrenjahre!”
Die Herausforderungen, denen wir uns während des Praxissemesters stellen müssen, machen uns belastbarer und bereiten uns auf den Berufsalltag vor. Die dabei gesammelten Erfahrungen sind für unser zukünftiges Berufsleben unbezahlbar – und das sage ich mit Überzeugung, trotz eines Stundenlohns von nicht einmal drei Euro.
Ein paar Ratschläge an alle, die noch vor dem Praxissemester stehen:
Denk langfristig!
– Nicht der Lohn, sondern die Erfahrungen zählen
– Kontakte, Selbstvertrauen und Praxiswissen sind dein Takeaway
Halte durch, aber lass nicht alles mit dir machen!
– Belastung gehört dazu
– Deine Grenzen solltest du kommunizieren
Passe deine Erwartungen an!
– Nicht jedes Praktikum ist so kreativ oder „fair“ wie du es dir vorstellst
– Routinearbeiten gehören dazu